Auch dieses Wochenende hat es uns wieder in die Berge gezogen. Die Wetter-Prognosen waren nicht unbedingt vielversprechend, doch wir wollten es wagen. So haben wir uns noch am Samstag Abend auf den Weg in Richtung Andermatt gemacht.

Wie bereits in einem Beitrag erwähnt, wollen wir uns diesen Sommer zwei Wochen aktiv mit der Strahlnerei befassen. Wir hoffen nicht auf einen riesigen Fund, doch ein paar schöne Kristalle zu finden, wäre schon genial. Im letzten Jahr befassten wir uns sehr intensiv mit diesem Thema und bestellten viele zum Teil sehr alte Bücher und lasen uns ein.

Kristallreiche Regionen gibt es in der Schweiz viele. Wir müssen uns also nur entscheiden, in welcher Region wir das Patent lösen wollen. Doch die Entscheidung ist gar nicht so einfach, insbesondere wenn man die lokalen Gegebenheiten nicht wirklich kennt. Aus diesem Grund hatten wir die letzten, sowie auch diesen Trip gemacht. Während der Zeit in den Alpen konnten wir uns wunderbar umschauen. Natürlich durften wir noch nichts abbauen. Doch wir machten uns ein Bild von der Gebirgssituation. Ja sogar erste Kristalle fanden wir, auch wenn wir diese zurück lassen mussten, war das eine super Erfahrung.

Auch dieses Mal ging es als erstes wieder in Richtung Andermatt. Denn wir waren Abends unterwegs und würden erst gegen Mitternacht ankommen. Im Dunkeln einen schönen Platz zum Übernachten zu finden, ist aber oft nicht einfach. Daher haben wir uns entschlossen, einen uns schon bekannten Platz anzufahren. Es ging also zuerst einmal zum gleichen Platz zurück, den wir schon das letzte mal auf dem Oberalppass belegt haben.

Mitten in der Nacht erreichten wir diese schöne kleine Ecke. Nachdem wir den Schlafbereich bereit gemacht hatten, gingen wir dann auch schon bald schlafen. Am nächsten Morgen war Regen bis Mittag angesagt. So war es dann auch. Wir nutzten die Zeit und haben unsere Pläne für Sonntag und Montag ausgearbeitet. Zudem hatten wir genügend Zeit für ein kleines Frühstück, sowie einen Spaziergang mit Mogli.

Piz Calmut

Als gegen Mittag der Regen vorbeizog und der Himmel langsam aufging, machten auch wir uns auf den Weg. Das erste Ziel war der Piz Calmut, eine Gipfel östlich des Oberalppasses. Im Denzel Alpenstrasseführer fanden wir eine kleine, angeblich befahrbare Schotterstrasse, welche bis zum Gipfel führen sollte.

Wir fuhren also als erstes zurück zur Passhöhe, von wo aus die Strasse starten sollte. Wir waren uns aber nicht sicher, welche der vielen kleinen Wege der Richtige war. So stellten wir den Mowag auf dem Parkplatz ab und marschierten den ersten Weg hoch. Dieser führte dann auch tatsächlich an einem Steinbruch vorbei bis zum Gipfel, doch die letzten Meter nach dem Steinbruch bis zum Piz Calmut, sind definitiv nicht befahrbar. Oben angekommen sahen wir endlich das grosse Stein-Kreuz, welches den Gipfel markiert. Natürlich entdeckten wir nun auch die Strasse, welche wirklich bis zum Gipfel befahrbar ist.xD

Vom Gipfel hat man eine wunderbare Sicht auf den Oberalppass und den Oberalpsee. Dreht man sich um knapp 180 Grad, sieht man bei gutem Wetter den Lai da Curnera. Dieser Stausee bildet zusammen mit dem Lai da Sontga Maria und Lai da Nalps in den benachbarten Tälern ein grosses Wasserwirtschafts-System.

Auf dem Gipfel des Piz Calmut erwartete uns neben der super Aussicht ein grosses Stein-Kreuz
Der wunderbare Blick über den Oberalppass und Oberalpsee
In der Ferne der Lai da Curnera, einer von vielen Stauseen in der Region

Nach einer kurzen Verpflegungs- und Fotopause gingen wir die „richtige“ Strasse runter zurück zum Fahrzeug. Eigentlich wollten wir ja mit dem Mowag bis zum Gipfel, nun waren wir aber schon zu Fuss oben. Doch auf dem Weg hinunter, sahen wir noch eine weitere Strasse, welche ebenfalls nicht mit einem Fahrverbot markiert ist. Wir entschieden uns also nun mit dem Fahrzeug herauszufinden, wohin dieser Weg führt.

Auf der richtigen Strasse ging es bei ziemlich starkem Wind zurück Richtung Passhöhe

Die Schotterstrasse ist mit unserem Allrad-Antrieb mühelos zu bezwingen. Grössten Teils wäre die Strecke sogar ohne 4×4 problemlos befahrbar. Doch der Beginn der Strasse hat es in sich. Zwei Wege führen auf diese Strasse, der eine ist sehr steil, mit lockerem Kies bedeckt und mit tiefen Furchen durchzogen, der andere ist eben so steil, dafür kein Kies, aber eine sehr enge Spitzkehre muss durchfahren werden. Da wir die erste Möglichkeit wohl nur mit Anlauf geschafft hätten, haben wir uns Mogli zu liebe für die Spitzkehren entschieden. Der Rest der Strasse war aber nicht nennenswert schwierig zu bewältigen. Wir folgten dem Verlauf des wunderschönen Weges, vorbei an Brunnen und Kuhweiden bis zu einem kleinen Plateau, auf welchem dieser endet.

Der neuentdeckte Schotterweg führte durch wunderschöne Natur
Endstation, hier endete der Schotterweg

Die Aussicht von hier war grandios. Wir verpflegten uns und genossen das Panorama. Mit dem Feldstecher suchten wir die Felswände nach spannenden stellen ab. Wie fast überall in den Schweizer Alpen liessen sich auch hier wieder einige Stellen finden, welche sich anbieten mal ein wenig tiefer zu graben und zu schauen, was sich hinter den teilweise riesigen Felswänden versteckt. Nun war es an der Zeit uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel zu machen.

Göscheneralp

Unser nächster Stopp war bei der Göscheneralp geplant. Wir fuhren also den Oberalppass wieder hinunter, an der Teufelsbrücke vorbei bis nach Göschenen. Von hier aus führt eine enge Strasse bis direkt zu einem Parkplatz unterhalb des Göscheneralpsees. Die ganze Strecke ist in gut einer Stunde „abgefahren“. Doch die einzigartige Strasse hinauf zum See, bietet es wirklich an langsam zu fahren, da man sonst etwas von der atemberaubenden Aussicht verpassen könnte 😉 Und die zahlreichen Kühe auf der Strasse finden gemütliche Fahrer sicherlich angenehmer. Wer möchte, nimmt diese Strecke zu Fuss in Angriff. Das Gebiet ist bekannt für seine wunderschönen Wanderwege.

Die Begegnungen mit Kühen auf den Strassen in den Alpen können immer wieder interessant sein 😉

Der riesige Erddamm mit einer Länge von rund 700m ist schon von weitem von der Strasse sichtbar. Dem grossen Parkplatz unterhalb des Stausee ist zu entnehmen, wie viel hier zur Hochsaison los sein muss. Glücklicher Weise waren zu diesem Zeitpunkt nur sehr wenige Touristen vor Ort. Nachdem Mogli den See erblick hatte, kannte unser Vierbeiner nur noch eine Richtung. Am Nachmittag wurde es wieder echt warm und sonnig und Mogli’s Ziel war nur noch das Wasser. So gingen wir die Strasse am Damm entlang bis zum See, wo er sich ausführlich abkühlen konnte. Uns interessierten die Felswände rund um den See wesentlich mehr, denn auch hier konnten wir schon von weitem viele sehr spannende Stellen sehen, welche wir am liebsten direkt näher untersucht hätten. Das atemberaubende Panorama von der Staumauer hinunter ins Tal ist einzigartig.

Von der Staumauer hat man eine super Sicht auf das darunter liegende Göschenertal

Der Nachmittag verging und es war Zeit für uns, einen geeigneten Platz für die Nacht zu finden. Leider herrscht in der gesamten Region rund um den Göscheneralpsee und auf der Strasse dorthin, ein striktes Camping bzw. Übernachtungs-Verbot. Einzig auf dem Camping-Platz hätten wir die Nacht verbringen können. Doch wir wollten lieber etwas Abgelegeneres. Also machten wir uns wieder auf den Weg zurück Richtung Göschenen und dann weiter auf den Sustenpass.

Sustenpass und der Steingletscher

Also zurück nach Göschenen, von dort weiter bis nach Wassen und rauf auf den Pass. Der Sustenpass ist echt spektakulär. Die längste Zeit führt die Passstrasse entlang der Bergflanken. Auf einer Seite der Strasse geht es steil hoch und auf der anderen mindestens genau so steil runter. Die Aussicht während der Fahrt ist grossartig. Neben der asphaltierten Passstrasse, welche auch für ein Wohnmobil kein Problem ist, existiert noch eine zweite, alte Passstrasse. Ein schmaler Schotterweg, der durch verschiedene Dörfer durch die Berge führt. Noch so gerne hätten wir diese Schotterpiste genommen, doch leider gilt ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 1.5 Tonnen Gewicht. Zudem sind nur Zubringerdienste erlaubt.

Auf der anderen Seite der Passhöhe, hinter einem Restaurant, fanden wir eine asphaltierte Privatstrasse, welche nur gegen Bezahlung befahren werden darf. An einem Automaten ganz zu Beginn der Strecke, bezahlt man fünf Schweizer Franken für einen Tag, für jeden weiteren Tag einen weiteren Franken. Die gut ausgebaute Asphalt-Strasse führt am Steinsee vorbei bis zu einem grossen Parkplatz direkt unter drei Ausläufern des Steingletschers. Ein Platz für die Nacht, genau so, wie wir uns es vorgestellt hatten.

Diese kleine Privat-Strasse führte bis zu unserem Nacht-Quartier
Unser Platz für eine Nacht unterhalb des Steingletschers

In der Zwischenzeit hatten sich am Himmel schon wieder einige Wolken angesammelt und es wirkte, als ob wir bald wieder mit Regen zu rechnen hatten. Doch das Glück war auf unserer Seite und es blieb den Rest des Tages trocken.

Als erstes nahmen wir diesen super Spot genauer unter die Lupe. Auch Mogli hatte Bewegungsdrang, also starteten wir einen kleinen Spaziergang. Hinter dem Parkplatz befand man sich im Prinzip direkt unterhalb des Gletschers. Ein Wasserlauf führt durch das Tal, welcher teilweise eine tiefe Furche in das Erdreich gegraben hat.

Das schmelzende Gletscherwasser gräbt sich eine tiefe Furche durch diese atemberaubende Landschaft
Der teilweise noch schneebedeckte Wasserlauf wird durch hunderte kleine Bächlein gespeist

Kurz nach uns traf noch ein weiteres Paar mit einem kleineren Van ein. Sie kamen zu uns, um zu Fragen, ob wir die Wanderung rauf zur Tierbergli Hütte schon gemacht hätten und wie es mit Schnee und Eis auf dem Pfad aussehe. Doch bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht viel über diese Hütte oder den Alpinen Bergweg, der hoch führt. Sie erzählten uns, dass es wunderschön sein muss dort oben. Die SAC Hütte befindet sich direkt beim Gletscher und bietet ein spektakuläres Panorama.

Mehr Infos brauchten wir nicht. Wir entschieden, dass wir am nächsten Tag die zwei stündige Wanderung steil den Berg hoch in Angriff nehmen wollten.

Nach einem kleinen Abendessen, gezaubert auf unserem geliebten und super flexiblem Spiritus Kocher, gingen wir noch einmal ein wenig auf die Pirsch. Der Wasserlauf hatte Sarahs Interesse geweckt. Viele Gletscherflüsse führen Gold mit sich, so vielleicht auch dieser? Sie nahm unsere Pfanne und versuchte sich im improvisierten Gold waschen. Und unglaublich: Sie fand vereinzelt tatsächlich winzig kleine Goldkörner!

Am nächsten Tag wurden wir durch das perfekte Wetter geweckt und konnten die Berge noch einmal mit uneingeschränkter Sicht geniessen

Am nächsten morgen sah das Wetter schon wieder ganz anders aus. Es erwartete uns geniales Wetter bei strahlend blauem Himmel. Wir machten uns nun bereit für unsere Wanderung möglichst bis zur Tierbergli Hütte. Einen so steilen Weg haben wir bis jetzt noch nie gemacht mit Mogli, wir waren uns also auch nicht sicher, in wie fern das möglich war. Doch auf den Versuch kommt es an! Natürlich mussten wir auch noch mit Schnee und allenfalls Eis rechnen, in jedem Fall war Vorsicht geboten.

Der Schmale Pfad führt im Zickzack durch Geröll und Felsen steil den Berg hoch. Ein Paradies für uns beide, denn die Steine sind das, was uns wirklich interessiert. Und man glaubt es kaum, aber der Weg war übersät mit Bruchstücken von Kristallen. Wir suchen natürlich komplette Kristalle, aber mit so vielen Hinweisen hätten wir echt nie gerechnet. Die riesigen Quarz-Adern überall am Berg waren echt interessant! Das ist sicher eine Region, in die wir mit einem Patent zurück kommen werden. Tatsächlich konnten wir dann in einem gebrochenen Felsen sogar einige ganze Kristalle entdecken.

Überall in den Alpen werden Steine zu teilweise ziemlich grossen Türmen gestapelt So auch zwischen den Felsen auf dem Weg hoch zur Tierbergli Hütte
Mitten in der steilen Felswand findet man einen kleinen Schmelzwasser-See
Leider war es ziemlich schwierig die Kristalle zu fotografieren. Wir hoffen, die kleinen Kristalle sind zu erkennen. Diese befinden sich wahrscheinlich auch jetzt noch direkt neben dem steilen Weg zur SAC Hütte

Neben all der Freude mussten wir uns aber echt konzentrieren, denn je weiter hoch wir kamen, umso schwieriger wurde der Pfad. Auch immer öfters mussten wir noch Schnee bedeckte Zonen durchqueren. Mogli hat das alles echt gut gemeistert. Er ist über jeden Fels geklettert und hat alles super genossen. Doch bis hoch zur Hütte haben wir es leider nicht geschafft. Da uns richtiges Schuhwerk noch fehlt und immer mehr Schnee auf uns zu kam, entschieden wir wieder kehrt zu machen. Doch nichts desto trotz war es eine super Erfahrung, denn das, was wir wissen wollten, haben wir herausgefunden. Der Weg zurück war noch einmal ein ganzes Stück anspruchsvoller. Mogli muss noch einiges lernen, gerne versucht er mal nach vor zu stürmen oder mich zu überholen. Doch bei solch schmalen und steilen Pfaden funktioniert das natürlich nicht. Doch mit ein wenig Geduld und ruhigen Nerven konnten wir aber schlussendlich alles gut meistern.

Dieser etwa drei stündige Ausflug war ziemlich anstrengend und ging echt an die Substanz. Beim Mowag angekommen war als erstes eine Pause angesagt. Trinken, essen, die Zellen wieder mit Energie aufladen. Langsam aber sicher stand nun auch schon wieder die Heimreise an. Doch auf dem Weg zurück wollten wir noch beim Steinsee vorbeischauen, welcher etwas weiter unten gleich neben der Privat-Strasse liegt. Also packten wir alles zusammen und fuhren zum Steinsee.

Vom Steinsee hat man eine gute Sicht bis hoch zum Steingletscher
Steht man auf dem Sustenpass hat man eine perfekte Sicht auf den riesigen Steingletscher und den darunter liegenden Steinsee

Direkt neben dem See befindet sich ein Parkplatz, wo auch wir unseren Mowag abgestellt hatten. Vom See aus sieht man wunderbar bis auf den Steingletscher hoch, welcher den See mit seinem Schmelzwasser füllt. Leider ist auch dieser Gletscher von der aktuellen Klima Situation betroffen und schmilzt langsam dahin. Ein Info-Schild direkt beim Parkplatz zeigt die Veränderung über die letzten Jahre.

Nach einer Pause am See, indem sich Mogli noch einmal richtig abgekühlt hatte, mussten wir uns leider wieder in Richtung Zuhause begeben.

Wir hatten ein wunderschönes Wochenende, auch wenn das Wetter nicht immer ganz mitgespielt hatte. Wir konnten diverse detaillierte Informationen über verschiedene Region sammeln. In den nächsten Tag werden wir entscheiden, in welcher Region wir unsere erste Strahler-Touren machen und die entsprechenden Patente lösen.

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