Vieles in unserer Holzkiste ist aus alten Holz Paletten hergestellt. Das liegt daran, das wir die rustikale Optik von altem Holz sehr mögen. Zudem konnten wir so einiges an Kosten einsparen, denn die meisten Holz Paletten haben wir kostenlos organisiert. Das Verleimen von mehreren Holzlatten zu einer grösseren Holzfläche ist eigentlich nicht sehr schwierig, doch je nachdem in welchem Zustand das Holz ist, erfordert es einiges an Arbeit und Zeit.

Als erstes sei gesagt: Ich bin kein gelernter Schreiner. Ich habe mit den Mitteln, die ich habe nach einem Weg gesucht, Holz zu grösseren Holzflächen zu verleimen. Alles in allem scheint es gut zu funktionieren. Unsere Schranktüren bestehen nun schon seit einigen Monaten ohne Probleme den täglichen Gebrauch. Sollte jemand wissen, wie es besser, schneller oder einfacher geht, wären wir super dankbar für einen Kommentar!

Benötigtes Material

Man benötigt wenige Werkzeuge oder Maschinen für dieses Projekt. Auf Maschinen könnte man sogar komplett verzichten, wobei dies mir zu aufwändig gewesen wäre.

  • Holzleim
  • Schleif-Maschine
  • Kreiss- oder Stichsäge
  • einige genügend grosse Schraubzwingen
  • alte Holz Paletten
  • einige Holzlatten zur Stabilisierung während dem Leimen
  • Hammer
  • Brecheisen

Wir haben die Holz Paletten an verschiedenen Orten kostenlos bekommen. So zum Beispiel hat der örtliche Grosshandel für Baumaterialien einen ganzen Berg an Holz Paletten, welche entsorgt werden. Natürlich ist der Zustand entsprechend schlecht, doch wir konnten durchaus brauchbares Holz daraus gewinnen. Der Vermieter unseres Parkplatzes hatte auch noch einige dieser Paletten übrig, auf welchen die Steine für eine grosse Stützmauer angeliefert wurden. Hätten wir ein Teil davon nicht verwendet, wären auch diese entsorgt worden.

Holz Paletten zerlegen

Am meisten Arbeit macht das Zerlegen der Holz Paletten. Eine Mischung aus Taktik und roher Gewalt führt hier zum Ziel. Gerade die Euro Paletten sind echt massiv und fest vernagelt. Dass bei wirklich alten und schlechten Holz Paletten grosse Teile der Latten brechen, ist durchaus normal. Will man nicht zu viel Holz verlieren, muss man echt vorsichtig mit dem Brecheisen arbeiten. Arbeitet man am Boden (so wie ich meistens bei dieser Arbeit), empfehle ich Sicherheitsschuhe anzuziehen. In den letzten Monaten habe ich dutzende Holz Paletten zerlegt und dabei stets Sicherheitsschuhe getragen. Ohne Schutz in den Schuhsohlen, hätte ich jetzt wohl mindestens genau so viele Löcher in den Füssen.

Die erste Holz Palette ist zerlegt, übrig bleiben Holzlatten sowie einige Nägel.

Von der Latte zur Platte

Aussortieren: Als erstes muss man die ganz gebliebenen Holzlatten sortieren. Denn nicht jede ist geeignet, mit anderen verleimt zu werden. Folgende Kriterien waren für mich ausschlaggebend:

  • Keine krummen Hölzer: Leichte Krümmungen lassen sich durchaus noch verarbeiten, doch ist das Risiko für Fehlversuche einiges grösser.
  • Möglichst flache Kanten: Oft werden in die Latten von Holz Paletten Ausbuchtungen geschliffen, damit Hubwagen besser darunter kommen, was beim Verleimen jedoch stört. Sind die Latten breit genug, kann man mit einem Längs-Schnitt eine neue, saubere Kante schaffen.
  • Keine zu langen Risse: Altholz ist oft von Rissen entlang der Maserung durchzogen. Kleine Risse sind kein Problem. Längere Risse kann man teilweise noch leimen, wobei dies oft nicht perfekt funktioniert.
  • Kein nasses Holz: Wurden die Palette im Freien gelagert, ist das Holz oft noch ziemlich feucht. Ein Paar Tage in der Wohnung oder in der Sonne reichen oft schon aus, damit sie wieder trocken sind.

Hat man die brauchbaren Hölzer aussortiert, beginnen die eigentlichen Vorbereitungsarbeiten an den Latten.

Kanten schleifen oder hobeln: Damit man die Latten Kante an Kante leimen kann, benötigen diese unbedingt saubere und gerade Kanten. Meist reicht es schon, wenn man die Hobelmaschine ein oder zwei mal über jede Längskante zieht. Sind die Kanten sehr verzogen, empfiehlt es sich mit einer Kreissäge eine neue, saubere Fläche zu schneiden. Da wir zur Zeit keinen funktionsfähigen Hobel haben, arbeitete ich mit einer Schleifmaschine, funktionierte auch gut, aber nicht ganz so zügig wie eine Hobelmaschine.

Wer erstmalig eine Hobelmaschine einsetzt, sollte diese zuerst an einem Übungsholz ausprobieren. Damit man wirklich saubere Kanten hinkriegt, benötigt man ein wenig Übung.

Mit Schraubzwingen und zwei Kanthölzern kann man sich eine provisorische Halterung bauen. Gerade beim Arbeiten mit der Hobelmaschine ist dies ziemlich praktisch.

Hölzer verleimen: Holzleim trocknet ziemlich schnell. Aus diesem Grund ist bei diesem Schritt Eile angesagt. Als erstes sollte man alles bereit legen:

  • Schraubzwingen
  • Hölzer zur Stabilisierung
  • Holzleim

Zwei Hölzer legt man parallel zu einander. Der Abstand wählt man so, dass die zu verleimenden Latten nun quer darauf gestellt werden können.

Sind die Holzlatten derartig positioniert, kann man diese wunderbar mit Leim einstreichen.

Will man sechs Latten zu einem Brett verleimen, deckt man nun an fünf Hölzern eine der Längskanten ordentlich mit Holzleim ein. Am besten funktioniert das, wenn man die Latten auf die andere Längskante stellt. Ab jetzt läuft die Zeit!

Nun fixiert man die Hölzer mit den Schraubzwingen. Als erstes legt man zwei weitere Hölzer genau über die ersten beiden und fixiert diese mit je zwei Schraubzwingen. Danach presst man die verleimten Kanten mit mindestens drei weiteren Schraubzwingen gut zusammen.

Mit den Kanthölzern und Schraubzwingen presst man nun alles ordentlich zusammen. Da unsere Schraubzwingen zu kurz waren, mussten wir mit Spannsets improvisieren.

Zum Trocknen lässt man nun alles in Ruhe. Nach 30 Minuten kann alles wieder gelöst werden (Abhängig vom verwendeten Holzleim).

Die erste Holzschicht ist nun bereit zum Schleifen

Flächen Hobeln oder Schleifen: Nachdem der Leim genug Zeit zum Trocknen hatte, ebnet man nun eine der beiden neu erhaltenen Flächen. Damit man die zweite Schicht Holzlatten gut mit der nun schon vorhandenen Platte verleimen kann, benötigt man eine möglichst ebene Oberfläche. Auch hier kann man mit Hobel- oder Schleifmaschine arbeiten. Mit dem Hobel benötigt dieser Arbeitsschritt echt einiges an Erfahrung bis man wirklich schön gearbeitete Flächen hinbekommt. Doch nicht unterkriegen lassen, wenn die eine oder andere Platte als Brenngut endet. So war es auch bei mir, doch nach einigen Versuchen funktionierte es ganz gut:)

Auch hier habe ich wieder zur Schleifmaschine gegriffen. Dieser Arbeitsschritt ist mit der Rutsch-Schleifmaschine einiges einfacher. Der wesentliche Unterschied im Resultat, liegt in der Beschaffenheit der Oberfläche. So wird diese mit der Schleifmaschine matt, eine Hobelmaschine führt zu einem glänzenden Aussehen. (Wobei das in diesem Arbeitsschritt aber keine Rolle spielt, nehme ich mindestens an, werde aber gerne eines Besseren belehrt;)).

Die erste Holzschicht ist nun bereit zum Verleimen mit der zweiten Schicht

Latten für die zweit Lage vorbereiten: Mit dieser Art die Latten zu verleimen, werden grössere Holzplatten meist nicht ausreichend stabil (Was wahrscheinlich an den schmalen Verbindungsflächen liegt). Unsere Schranktüren, welche nur aus einer Lage gefertigt wurden, sind ziemlich stabil, aber bestehen auch nur aus zwei bis drei Latten. Bei Grösseren Holzflächen wird aber das Eigengewicht zu gross und die Tischplatte hängt durch. Mit der zweiten Lage, welche quer zur ersten verleimt wird, bekommt der neue Tisch richtig Stabilität und wird auch schön massiv.

Für diesen Arbeitsschritt benötigt man natürlich noch mehr Holz. Eine Fläche und beide Längskanten müssen geschliffen oder gehobelt werden.

Latten verleimen: Nun kann man damit beginnen, die zweite Lage Holz zu verleimen. Da es ziemlich schwierig ist, zwei grosse Holzfläche ohne die nötigen Mittel zusammen zupressen, habe ich hier nun Latte für Latte verleimt.

Die erste Latte wird nun mit dem Brett verleimt

Die entsprechenden Stellen leimt man also ein, positioniert die Holzlatte und presst alles gut zusammen. Die ersten Latten sind noch kein Problem, doch mit der Zeit kamen unsere Schraubzwingen nicht mehr weit genug, weshalb ich versuchte, die Latten und die Fläche mit zwei dickeren Hölzern zusammen zupressen.

Ab der zweiten Latte muss wieder horizontal verspannt werden. Hier wird es auch schon schwieriger mit der Grösse der Schraubzwingen

Da ich nicht wollte, dass die Löcher der Nägel ein regelmässiges Muster abbilden, ordnete ich bei der zweiten Lage die Latten jeweils versetzt an. Natürlich kann man aber auch hier alle Hölzer bündig verleimen.

Da wir nur begrenzt grosse Schraubzwingen hatten, mussten ich beim Zusammenpressen einiges improvisieren. Auch hier habe ich wieder Kanthölzer zur Hilfe genommen.

Zum Schluss wurde es dann wirklich knifflig. Mit dieser Konstruktion konnte ich doch noch einiges an Druck ausüben.

Tischplatte zuschneiden: Hat man alles gut verleimt, besitzt man nun eine ziemlich grosse Holzfläche, welche man nun in die richtige Grösse zuschneidet. Damit man möglichst gerade Kanten erhält, empfiehlt sich hier eine Hand-Kreisssäge.

Nun kann man die Tischplatte erkennen.

Schleifen oder Hobeln (Vorbereitung für’s Spachteln): Nun kann man die Tischplatte schon ganz gut erkennen. Eben ist die Platte aber noch lange nicht. Damit diese am Schluss keine Risse oder Löcher mehr aufweist, wird sie im nächsten Schritt verspachtelt. Doch zuerst muss man die Platte dazu vorbereiten. Als nächstes muss man die Ober- und Unterseite sowie alle Kanten schleifen oder hobeln. Dabei steht das Aussehen noch nicht im Zentrum. Man benötigt möglichst ebene und gerade Flächen, damit man gut mit der selbst gemachten Spachtelmasse arbeiten kann.

Spachtel mischen und auftragen: Im Baumarkt kann man Holzspachtelmasse kaufen, welche zwar wunderbar funktioniert, aber leider stimmt die Farbe oft nicht. Zudem hatte ich keine Lust mich auf den Weg in den Baumarkt zu mache. Ich mache es mir gerne zur Challenge nur mit dem zu arbeiten, was ich habe. Ich suchte also nach eine Weg, Spachtelmasse selbst herzustellen.

Nach Feierabend und an Wochenenden kommt unser Vermieter meistens vorbei und baut an dessen Parkplatz für Wohnwagen und Mobile weiter. Wie wir, ist auch er ein echter DIYler und ist sich für keine Arbeit zu schade. In der Pause kommt er oft für eine Plauderei bei unserem Wagen vorbei. Fast immer hat er auch einen guten Rat auf Lager. Im Gespräch kamen wir dann auch zu den Schluss, dass sich aus Holzleim und Schleifstaub (welcher meine Schleifmaschine wunderbar auffängt) eine Spachtelmasse mischen lassen müsste.

Simple, schnell und funktioniert wunderbar! Zuerst trägt man ein wenig Holzleim auf eine Unterlage auf, zum Beispiel ein kleines, sauberes Holzbrett. Danach gibt man den Schleifstaub über den Leim. Der Staub sollte den Leim gerade so bedecken, aber nicht in Bergen darauf liegen. Danach kann man diese beiden Komponenten langsam zu einer knetbaren, hellbraunen Masse mischen. Am besten funktioniert das Mischen (leider) mit den Fingern. Langsam wird der Staub in den Leim einmassiert. Bis man das richtige Mischverhältnis und die richtige Mischtechnik gefunden hat, dauert es einen Moment. Doch nach zwei, drei Versuchen funktionierte es bei mir wunderbar. Diese Spachtelmasse muss man anschliessend ziemlich schnell in die Fugen und Löcher der Tischplatte drücken. Auch hier funktioniert es am besten mit den Fingern.

Die erste Fläche ist nun bereit für den finalen Schliff

Der finale Schliff: Jetzt heisst es wieder eine ganze Weile schleifen. Die gesamte Tischplatte schleift man auf allen Seiten solange, bis sie einem gefällt. Ich hatte mit 40er Schleifpapier begonnen und mich dann bis zum 180er durchgearbeitet. Dieser Prozess dauerte sehr lange. Wetter bedingt konnte ich nicht durcharbeiten, aber alles in allem hatte ich sicher einen halben bis zu einem ganzen Tag an der Tischplatte geschliffen.

So sieht die Platte nach vielen Stunden schleifen aus

Endbehandlung: Hier kann so ziemlich jeder machen, was er will. Ich setzte auf der Oberseite und an den Kanten einen Klarlack ein. Man könnte die Platte zuerst auch beizen, oder sie mit Ölen behandeln. Je nachdem, welche Optik gewünscht ist.

In jedem Fall würde ich die Tischplatte nicht unbehandelt lassen. So hatten wir es mit unserer ersten Tischplatte getan. Doch rohes Holz lässt sich nur schwierig reinigen und es gibt bei jedem Tropfen Flüssigkeit sofort Flecken. Unser Klarlack aus dem Baumarkt hat sich bis jetzt super bewährt.

Würde ich es wieder tun?

Ja, definitiv! Die Tischplatte ist bestimmt nicht perfekt geworden, doch sie ist super massiv und stabil. Ihre Optik passt auch perfekt in unsere kleine Holzkiste. Beim nächsten Mal würde ich bestimmt einiges anders machen:

  • grössere Schraubzwingen organisieren
  • vielleicht eine Hobel-Maschine einsetzten für die Flächen
  • man könnte auch Nut und Feder in die Latten fräsen (oder fräsen lassen), damit die Fläche zum Verleimen deutlich grösser ist und sich die Latten weniger schnell voneinander lösen.

Nun ist die fertig Tischplatte an ihrem Platz auf einem höhen verstellbaren Tischbein. Auf diese Weise können wir auch hier vorne einen Schlafplatz einrichten.