Die tägliche Körperhygiene trägt nicht nur dazu bei uns wohl und sauber zu fühlen, sondern ist wichtig um allfällige Krankheiten vorzubeugen. Die richtige Pflege der Haut, Haaren und Zähne ist Bestandteil eines gesunden Alltags. Schon die Römer waren sich dessen bewusst und pflegten einen intensiven Körper-und Hygienekult. Heute wird man von der riesigen Auswahl an Kosmetikartikeln regelrecht erschlagen. Ich habe den Überblick schön länger verloren. Als ich mir noch keine tiefere Gedanke bezüglich der Inhaltsstoffe und Auswirkungen gewisser Kosmetikprodukte gemacht habe, entschied ich mich stets nach Duft und Wirksamkeit des Artikels und verfügbarem Kleingeld im Portemonnaie. Heute muss ich einsehen, dass ich mir einiges an Kosten und Entscheidungsschwierigkeiten für handelsübliche Kosmetika hätte sparen und die Umwelt weniger belasten können.

Mikroplastik überall

Mikroplastik ist in praktisch allen Bereichen der Umwelt nachweisbar. Ob durch Abrieb von Fahrzeugreifen oder Schuhen, durch Zersetzung von diversen Plastikabfälle in den Meeren durch das UV-Licht oder durch das Wellentreiben oder durch Hinzufügen in Kosmetika, diese schädlichen Teilchen sind überall in unserer Umwelt anzufinden.

Um Mikroplastik in Kosmetika zu umgehen, habe ich bereits vor unserem Umzug unser Badezimmer komplett auf den Kopf gestellt. Produkte mit Inhaltsstoffen, welche ich zuerst nachschlagen musste, wurden aus unserem Badezimmer verbannt oder nach natürlichen Alternativen gesucht. Viele Kosmetikhersteller verzichten allerdings bereits auf die umweltbelastenden Polyethylen-Kügelchen in ihren Produkten, jedoch verstecken sich noch weitere Formen von Plastik in diversen Gebrauchsgütern.

In flüssiger Form wird dieser gerne als Verdicker oder Filmbildner verwendet. Diese Mikroplastikteilchen lassen sich nur sehr schwierig und langsam abbauen und weisen zusätzlich eine ähnliche Dichte wie Wasser auf. Somit sind diese Teilchen ein grosses Problem für unsere Umwelt und das ganze Ökosystem. Da sich die Grösse dieser Partikel im Mikro-und Nanobereich befindet, musste es leider länger dauern bis sich unsere Gesellschaft dieser Problematik bewusst wurde und nun bekämpfen muss. Mittlerweile warnen diverse Untersuchungen vor den Auswirkungen des riesigen Plastikvorkommens in unseren Weltmeeren. Es liegt nun an jedem von uns etwas dagegen zu tun, damit wir nicht komplett im Plastik versinken!

Unsere Umsetzung

Seit ca. 8 Monaten nützen wir ausschliesslich natürliche Kosmetika für unsere tägliche Körperhygiene. Einiges stellen wir selber her, andere Produkte beziehen wir möglichst regional. Wir nützen nun definitiv weniger Artikel und diese halten viel länger an. Wir fühlen uns deswegen nicht weniger sauber oder stinken, (bisher hat sich niemand aus unserem Freundeskreis beschwert 😉 ) sondern wir freuen uns über die wenigen Güter, die wir nun brauchen und bewusst nützen.

Die Naturseife

Zur täglichen Grundreinigung verwenden wir eine in der Schweiz hergestellte Naturseife. Diese beziehen ich Online 1-2x im Jahr. Der Versand verläuft völlig plastikfrei und die Naturseifen sind sehr ergiebig. Sie riechen angenehm und werden von Hand mit wenigen Zutaten gesiedet. Sie sind palmölfrei, bestehen aus pflanzlichen Ölen und alle Zutaten werden aus biologisch kontrolliertem Anbau bezogen. Es werden keine chemischen Inhaltsstoffe oder Konservierungsstoffe verwendet. Zudem ohne Glycerin. Die Auswahl ist toll und die wenigen nachvollziehbaren Grundzutaten haben uns überzeugt, obwohl ich diese Seifen bevorzugt in einem Geschäft hier in Winterthur kaufen würde. Falls jemand die Seifen von pflegeseife.ch in der Region in einem Laden entdeckt hat, lasst es uns bitte wissen 😉 Wir brauchen ca. 100-150 gr. Seife zu zweit in 2 Monaten und sparen uns die Verpackungskosten von Duschgel etc.

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Hautpflege mit Speiseöl

Zur Hautpflege nützen wir Hanfspeiseöl oder alternativ Kokosöl. Davon braucht man nur 2-3 Tropfen um die Haut bei starken Strapazen zu pflegen. Seit ich keine herkömmlichen Pflegelotionen nütze, zieht und spannt mein Gesicht nach dem Duschen nicht mehr und den Drang nun eine Feuchtigkeitscreme aufzutragen ist verschwunden.

Gesunde Haare

Meine Haare wasche ich nun bereits seit 7 Monaten nur noch mit Wasser. Da unser Wasser aktuell sehr kalkhaltig ist, rinse ich meine Haare manchmal nach der Wäsche mit Essig oder Hanfblütentee. Als Pflege nütze ich öfters eine Honig-Ei-Mischung. Diese lässt das Haar glänzen. Zusätzlich bürste ich meine Haare zweimal täglich mit einer Schweineborstenbürste aus Holz. Diese entfernt allfällige Staub-und Schmutzpartikel und verteilt das natürliche Sebum. Meine Haare haben stets noch ihre Bad-Hairdays, jedoch hat sich die Geduld und Umstellungsphase gelohnt. Sie werden deutlich kräftiger und sehen natürlich gepflegt aus. Manus Haare sind so kurz, da reichen Wasser und Seife aus.

Fellpflege für den Hund

Mogli bekommt täglich etwas Hanfspeiseöl ins Futter um unter anderem sein Fell zu pflegen. Zudem bürsten wir in regelmässig, um seine „Haarpracht“ sauber zu halten. So verzichten wir komplett auf mögliche Mikroplastikpartikel in jeglichen Haarpflegeprodukten.

Natürliches Deodorant ohne Aluminium oder Mikroplastik

Die langen Inhaltsstofflisten sämtlicher herkömmlicher Deodorant von sehr bekannten Marken sind für mich meist unverständlich. Aus diesem Grund achten wir schon länger auf Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen. Trotzdem bleiben die Listen oft lang. Deshalb haben wir in den letzten Monaten einige Alternative für Do it Yourself Deodorants ausprobiert und nun eine passende Lösung gefunden. Unser Deo hält sich 4-6 Monate und erfüllt seinen Zweck wunderbar. Mit wenigen Zutaten ist dieser angerührt: Kokosöl, Sheabutter (wahlweise), Natron, ätherisches Öl. Die Deocrème lässt sich einfach mit dem Finger auftragen. Wir haben diese alternative Deocrème bei unseren intensiven Wandertouren bei hohen Temperaturen getestet und sind super zufrieden. Mittlerweile gibt es einige gute Deo-Alternativen in kleinen Bioläden zu kaufen. Jedoch sind wir mit unserer Lösung sehr gut bedient.

Zahnpasta mal anders

Mit dem Thema plastikfrei kam automatisch die Frage nach Zahnpasta Alternativen auf. Schon länger nutzten wir ein Naturprodukt von Weleda. Ohne Fluoride oder Mikroplastik. Trotzdem ist die Pasta in eine Metalltube abgefüllt und mit einem Plastikdeckel verschlossen. Da wir auf möglichst alle Verpackungen verzichten wollen und gerne wissen, was wirklich in den von uns genutzten Gütern drinsteckt, testeten wir einige Do it yourself Zahnpastas aus. Mittlerweile nützen wir eine Zahncrème auf Basis von Kokosöl. Die Zähne fühlen sich nicht nur sauber an, sondern die Pflege mit dieser Alternative bewährt sich sehr gut. Unseren Zähnen fehlt es an nichts.

Zur weiteren Pflege gibt es Zahnseide mittlerweile aus Bauwolle oder Naturseide in Bienenwachs getränkt in Glasfläschchen verpackt. Und alternative Mundspülungen sind leicht selber angerührt. Somit sind nicht alle Grundzutaten regional, jedoch fallen jegliche Plastikverpackungen für unsere Zahnpflege weg und wieder weniger Plastikteilchen gelangen in die Umwelt.

UPDATE: Seit einigen Monaten nutzen wir nun Denttabs zur Reinigung unserer Zähne. Mehr Infos zu diesen kleinen Zahnputzpillen findest du in diesem Blog Beitrag:

Für uns stimmt’s

Wasser, Seife, Deo, Hanfspeiseöl und Kokosöl. Viel mehr brauchen wir zur körperlichen Grundreinigung nicht. Was sich nach wenig anhört, bewährt sich mittlerweile bereits 8 Monate. Wir reduzieren somit jegliche Verpackungen von sonst anstehenden Artikeln und sparen durch die Eigenherstellung einiges an Kosten. Wir hoffen so unseren Beitrag zur Reduzierung von Mikroplastik in den Weltmeeren zu leisten und hoffen ebenfalls andere inspirieren zu können sich ebenfalls Gedanken bezüglich diesem Thema zu machen.

Unser Fazit

Im Alltag lässt sich Mikroplastik als erstes leicht vermeiden. Wer sich bewusster mit Inhaltsstoffe gewisser Produkte beschäftigt, kann diese umweltbelastenden Teilchen leicht umgehen und somit meiden. Ob man seine Hygieneartikel nun selber herstellt oder beim Bioladen des Vertrauen einkauft, jeder sollte für sich selbst eine geeignete Lösung finden. Jedoch ist es wichtig sich Gedanken zu machen, wohin dieses Wasser fliesst, welches wir Tag ein Tag aus mit Mikroplastik verseuchten Kosmetika belasten und runterspülen.