Gegenstände selbst zu fertigen ist eine tolle und faszinierende Sache! Man lernt zu verstehen wie etwas funktioniert und eignet sich dabei diverse handwerkliche Fähigkeiten an, welche den Alltag in einem Leben, wie wir es führen, durchaus vereinfachen. Möchte man etwas selbst reparieren, bauen oder erledigen, ist es oft schwierig einen Anfang zu finden. Die folgenden Schritte helfen dir, deine Projekte richtig umzusetzen.

1. Überwinde dich selbst

Die Frage vor der man immer wieder steht ist: Wie stelle ich das bloß nur an? Ich kenne es nur zu gut! Einen Bauwagen komplett neu aufzubauen, war eine unglaublich große Herausforderung für mich. Doch du darfst dich nicht unterkriegen lassen! Das Projekt kann noch so riesig sein, es führt immer mindestens ein Weg zum Ziel. Auf diesem Weg ist die persönliche Motivation entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung!

2. Finde möglichst viele Informationen

Wir leben in einer Zeit in der das Internet ein riesiges Spektrum an Informationen bietet. Hunderttausende Tutorials informieren über die verschiedenen Handwerkstechniken und das meist um sonst. Ein riesiger Teil der Arbeit ist es, genau diese Informationen zu finden und zu verarbeiten. Die wichtigsten Fragen, die beantwortet werden müssen sind:

  • Was benötige ich für Fähigkeiten?
  • Welche Werkzeuge brauche ich dafür?
  • Welche Materialien, Rohstoffe oder Ressourcen werden verwendet?

Meist ist es mit Hilfe des Internets relativ einfach diese Fragen zu beantworten. Findest du die nötigen Antworten nicht, dann sind viele tausende Benutzer in Internet-Foren bereit dir zu helfen. Oft dauert die Registration und das Verfassen der Fragen keine 20 Minuten. Suchst du in einem Forum mit vielen Mitgliedern, erscheinen erste Antworten teilweise schon in wenigen Minuten. Können dir auch diese User nicht weiterhelfen, gibt es zahlreiche Fachbücher zu beinahe jedem Themenbereich, meistens findest du spätestens darin, wonach du gesucht hast.

3. Erstelle eine Übersicht

Nachdem du Stunden, Tage oder vielleicht sogar Wochen in eine erste Recherche gesteckt hast, weißt du so einiges über dein Projekt. Nun heißt es dieses Wissen zu ordnen und anzuwenden. In vielen Fällen hilft es, sein Projekt in einzelne kleinere Etappen zu unterteilen.

Bei großen Projekten ist es wichtig, die Übersicht zu behalten. Du beginnst dein Projekt in verschiedene Etappen zu unterteilen, zu den einzelnen Etappen notierst du dir, wenn möglich die nötigen Fähigkeiten und Ressourcen. Bei unserem Bauwagen-Projekt sahen diese zu Beginn etwa wie folgt aus:

  • Dach „aufbocken“
    • Ressourcen: Entweder viele Helfer, ein Kran oder ein Gestell im Inneren des Bauwagens zum Anheben des Daches und eine überdeckte Halle zum Arbeiten
  • Wände demontieren
  • Holzrahmen für die vier Wände am Boden zusammen bauen
    • Fähigkeiten: Holz-Handwerk
    • Ressourcen: Holz, Schrauben, Stichsäge, evtl. Tisch-Kreissäge, Akku-Schrauber
  • Holzrahmen auf dem Fahrgestell montieren
    • Ressourcen: mindestens einen Helfer, Akku-Schrauber, genügend Schraubzwingen, großer Rechter-Winkel
  • Fenster und Türen einbauen
    • Ressourcen: Fenster, Türen, Hobelmaschine
  •  Außenwände verkleiden
    • Ressourcen: Holz-Verkleidung, viele Schrauben, evtl. ein Helfer, Tisch-Kreissäge, Akku-Schrauber
  • Dach absetzen
    • Ressourcen: Entweder wieder genügend Helfer, ein Kran oder das Stütz-Gestell zur Hilfe nehmen
  • Innenwände verkleiden
    • Ressourcen: Holz-Verkleidung, Schrauben, Akku-Schrauber
  • Küche
    • Ressourcen: Holz, Arbeitsplatte, diverse Maschinen, Spülbecken etc.
  • Sitzecke
    • Ressourcen: Holz, Stichsäge, Schrauben, Holzplatten, alte Paletten
  • Strom-System
    • Ressourcen: Spannungswandler, Ladegerät, Solar-Ladegerät, Batterie, Sicherungskasten, Steckdosen, etc.
    • Fähigkeiten: Sehr gute Grundkenntnisse bezüglich Elektro-Kreisläufe.
  • Wasser-System
    • Ressourcen: Wasser-Leitung Kalt- und Warmwasser, viele Verbindungstücke, Armaturen, Frischwasser-Tank, Abwasser-Tank, Wasser-Heizung etc.
    • Fähigkeiten: Erstellen von dichten Verbindungen der Wasserleitungen
  • Bad
    • Ressourcen: Duschwanne, Toilette, Armaturen, etc.
  • Bett
    • Ressourcen: Holz, Lattenrost, Matratze

So eine Übersicht muss nicht gut aussehen, es muss sie auch niemand anders verstehen. Aus diesem Grund ziehe ich für diesen Schritt Papier dem Computer vor. Du kannst dein Gedanken frei und uneingeschränkt auf Papier bringen ohne dich auf Formatierungen oder Einrückungen konzentrieren zu müssen. Zu Beginn ist diese Liste längst nicht komplett, doch aufgeteilt in mehrere Etappen, wird diese vervollständigt und immer realistischer.

4. Erstelle dir einen konkreten Plan

Dein Projekt nimmt langsam Form an. Nun beginnen die Detailarbeiten. Alle der folgenden Schritte (Schritt 4 -7) werden für jede unterteilte Etappe durchlaufen. Wie du vielleicht bereits ahnen kannst, bedeutet das sehr viel Arbeit, doch es lohnt sich!

Als erstes musst du nun jede einzelne Etappe genau unter die Lupe nehmen. Finde alle nötigen Informationen, die du zum Umsetzen dieser Etappe benötigen wirst. Versuche einen möglichst genauen Schritt-für-Schritt-Plan für dein Vorhaben aufzustellen. So bleibst du später bei der Umsetzung immer in der Spur, nichts wird vergessen, übersprungen oder verdrängt. Immer mal wieder wirst du dich auch fragen:

Kann ich wirklich alles selber erledigen?

Es gibt Arbeiten, welche du risikofrei selbst ausführen kannst. Gewisse Arbeiten lassen sich jedoch schwierig aus eigener Kraft umsetzen. Meist liegt es daran, dass die Zeit dazu fehlt sich die nötigen Fähigkeiten anzueignen. Du musst deine Grenzen finden. Doch das ist nicht immer einfach. Teilweise denkst du: Das kann ich lernen! Doch immer mal wieder wird dir klar, dass du dich irrst und die Zeit einfach nicht genügt. Für gewisse Arbeiten reichen die eigenen Fähigkeiten aus, jedoch wirst du bei jedem neuen Projekt auf auch deine Grenzen stoßen und diese akzeptieren müssen. Denk dabei immer an deine Sicherheit! Für eine sichere Umsetzung brauchst du oft ausführliches Wissen über das gesamte System und du musst genau wissen, was du tust.

Ein Beispiel: Der Öl Wechsel bei einem alten Fahrzeug ist keine große Sache und lässt sich von dir mit gutem Hintergrundwissen durchaus selbst durchführen. Doch besitzt du kein fundiertes Wissen über das gesamte Fahrzeug, solltest du Arbeiten an den Bremsen lieber von einem Profi durchführen lassen oder mindestens einen zur Hilfe beiziehen. Wenn du eine Tätigkeit nicht selbst ausführen kannst, gibt dir das die Möglichkeit eine Einführung in eine neue Materie zu erhalten. Idealer Weise findest du jemanden, der dir hilft oder die Arbeit abnimmt und dich bei den Arbeiten zusehen oder mitarbeiten lässt.

5. Erlerne die nötigen Fähigkeiten

Du weißt nun welche Fähigkeiten du für dein Projekt benötigen wirst. Jetzt heißt es diese zu erlernen. Je nach Projekt und Fähigkeiten ist dies keine Sache von Stunden, Tagen oder Wochen! Möchtest du ein kleines Möbel bauen, sind die dazu nötigen Fähigkeiten meist schnell gelernt. Möchtest du den Service an einem Fahrzeug komplett selbst durchführen, musst du dich tiefer in die Materie einarbeiten. Nimm dir auf jeden Fall ausreichend Zeit dafür. Manchmal kann auch eine komplette Ausbildung der richtige Weg zum Ziel sein.

6. Bereite alles vor

Eine gute Vorbereitung ist sehr wichtig bei nahezu jeder Arbeit. Organisiere die richtigen Werkzeuge und Materialien. Bereite deinen Arbeitsplatz so weit vor, dass du alles schnell zur Hand hast. Auch deinen Plan mit allen Arbeitsschritten solltest du immer griffbereit halten. Ist alles gut vorbereitet, steht dem Erfolg nichts mehr im Weg. Wird mit Maschinen gearbeitet sollte auf keinem Fall der Arbeitsschutz vergessen werden!

7. Beginne mit der Umsetzung

Nun ist es an der Zeit für die Umsetzung. Du besitzt einen detaillierten Plan für dein Vorgehen. Dir ist bekannt, wie du es durchführen möchtest. Die Fähigkeiten dazu hast du dir angeeignet und für die anderen Arbeiten eine passende Hilfe gefunden. Es steht einer erfolgreichen Umsetzung also nichts mehr im Weg! Versuche dich so gut wie möglich an deinen Plan zu halten.

Obwohl du dich lang und intensiv auf dein Projekt vorbereitet hast, kann es dennoch vorkommen, dass während den Arbeiten neue Ungeplante Faktoren auftauchen. Flexibilität und Gelassenheit sind an dieser Stelle sehr wichtig. Häufig sind diese neuen Umstände kein Problem und bedeuten „bloß“ zusätzliche Arbeit, mit der du nicht gerechnet hast. Doch manchmal steht man auch plötzlich vor grösseren Schwierigkeiten. Lass dich davon nicht unterkriegen! Du hast das Zeug dazu auch Arbeiten zu erledigen, welche auf den ersten Blick riesig zu sein scheinen. Versuch die Arbeit zu isolieren, und mach dass, was du mit allen anderen Arbeiten für dein Projekt auch getan hast. Analysiere die Situation, finde heraus welche Fähigkeiten nötig sind, wenn möglich erlerne diese und mach an deinem Projekt weiter!