Nach langen Diskussionen und einigen entäuschenden Fahrzeugbesichtigungen haben wir uns nun entschieden: Wir behalten unseren Van und bauen darin unser neues, kleineres mobiles Zuhause. Das bedeutet unser Van wird nun als erstes anständig isoliert.

Unser rotes Monster ist uns über die Jahre sehr ans Herzen gewachsen. Die ideale Basis für unser Traum-Fernreisemobil ist der Mowag dennoch nicht ganz. Gerne hätten wir Stehhöhe in unserem Fahrzeug und einen sparsameren Diesel-Motor. Deshalb beobachten wir bereits seit mehreren Jahren den Fahrzeugmarkt in der Schweiz. Jedoch sind Occasions Basisfahrzeuge, die für uns in Frage kommen würden, auf dem Schweizer Fahrzeugmarkt rar vertreten oder in unvorstellbar hohen Preiskategorien und unsere Suche blieb bislang erfolglos. Nun möchten wir endlich los und bereits im Januar/Februar 2018 abreisen. Diese kurze Zeitspanne war ein entscheidender Faktor für uns. Aus diesen erwähnten und einigen weiteren Gründen haben wir nun entschieden, dass wir unseren Mowag trotz allen kleinen Makeln behalten und so umbauen, dass wir bequem und minimalsitisch losziehen können.

Das passende Dämmmaterial

Bereits für den Aufbau unseres Bauwagen machten wir uns einige Gedanken zum Thema natürliche Dämmung im Innenbereich. Da unser Van über eine Aussenwand aus Metall verfügt, mussten wir dieses Thema von Neuem angehen und uns anderen Herausforderungen stellen und einsehen, dass Naturfaser Dämmstoffe unseren Anforderungen leider nicht gerecht werden.

Die Voraussetzungen der Isolation

  • Darf nur wenig bis gar keine Feuchtigkeit aufnehmen und speichern: An der Metall Karosserie neigt Feuchtigkeit zu kondensieren. Wird diese durch die Isolation aufgenommen, kann Staunässe und Rost früher oder später leicht zu Problemen führen.
  • Flexibel genug für die Wölbungen des Fahrzeuges: An unserem Fahrzeug ist keine Wand gerade und keine Ecke senkrecht, daher sollte der gewählte Dämmstoff sehr flexibel sein.
  • Zeitnah lieferbar: Wir haben nur einen begrenzten Zeitraum für den Umbau, daher sollten alle Materialien möglichst schnell lieferbar und vorrätig sein.
  • Beständig gegen Lösungsmittel: Hitzebeständige Klebstoffe, die keine Lösungsmittel beinhalten sind nicht nur teurer, sondern immer wieder ein reichlich diskutiertes Thema in diversen Foren. Wir experimentieren an dieser unzugänglichen Stelle nur ungern und verliessen uns deshalb in diesem Punkt auf den Rat des Herstellers.
  • Hitzebeständiges  Material: Wenn die Sonne auf das Fahrzeug knallt, kann das Metall sehr heiss werden. Daher muss die Isolation einiges an Hitze vertragen können.
  • Idealerweise ganzflächig verleimbar: Damit am Metall keine Feuchtigkeit kondensieren kann, ist es notwendig die Isolation möglichst ganzflächig zu verkleben.

Das Fazit

Der erste Punkt unserer Voraussetzungen schliesst so manches Material bereits aus: Ob Schaumstoffmatten, Styropor, Hanf, Glas oder Steinwolle, allesamt tendieren dazu viel Feuchtigkeit aufzunehmen. Styropor ist zudem nicht sehr flexibel und passt sich kaum an die Karrosserieform an. Glaswolle verliert durch Vibrationen und Erschütterungen mit der Zeit an Struktur und fällt in sich zusammen. Nach unseren Recherchen blieben nur noch geschlossenporige Schaumstoffe, wie der X-trem Isolator, die Schaumstoffe der Trocellen GmbH oder Armaflex übrig.

Wir haben uns für den X-trem Isolator entschieden. Was sich schon in so vielen Fahrzeugen bewährt hat, kann für uns nicht falsch sein 🙂 Zudem haben wir einen Händler in der Nähe gefunden, der die Iso-Platten vorrätig an Lager hat. Ausserdem hoffen wir, dass sich dieses (leider) kunststoffhaltige Material langzeitig bewährt und wir es nicht gleich wieder ersetzen müssen.

Die Montage

Die Reimo X-Treme Isolator Platten können in verschiedenen Stärken als selbst klebende oder nicht selbst klebende Dämmplatten bezogen werden. Wichtig ist, dass diese möglichst ganz flächig mit der Karrosserie verklebt werden. Wer mit Sprühkleber arbeitet, muss diesen beidseitig auftragen, dies bedeutet auf die Karrosserie und die Isolation. Der Leim haftet sehr schnell, viel Zeit zum Einpassen hat man nicht 😉 Wir haben uns für die nicht selbst klebenden Platten entschieden, da es manchmal einfacher ist, die Isolation erst in Position zu bringen und dann den Leim aufzutragen. Auf Empfehlung des Verkäufers (campingprofi.ch) haben wir den X-Treme Isolator am Boden schwimmenden verlegt (nicht verleimt). Denn normalerweise entsteht am Boden keine Kondensfeuchtigkeit.

Sobald wir unser Dachzelt gebaut haben, schneiden wir ein grösseres Loch ins Dach, welches als direkter Durchstieg ins Zelt dienen wird. Aus diesem Grund können wir uns die Arbeit der Isolation an diesem Teil des Daches sparen. Sobald wir den Durchgang fertig gestellt haben, isolieren wir zusätzlich um die Öffnung zu Ende. Um allfällige Kältebrücken zu vermeiden haben wir uns nachträglich entschieden, die vertikalen Verstrebungen in den nächsten Tagen ebenfalls noch zu isolieren. Wir sind guter Dinge, dass wir so das Risiko umgehen, dass an diesen Stellen Kälte oder Hitze ins Fahrzeug gelangt.

Kosten

Wir sind mit sechs 20mm Platten (für Wände und Dach) gut ausgekommen und haben nicht viele Reststücke produziert. Wahrscheinlich hätten fünf Platten ebenfalls ausgereicht. Allerdings ist es dann besonders wichtig darauf zu achten, möglichst keine Resttücke zu erhalten. Dies gelingt bei einem rechtwinkligen Fahrzeug sicherlich um einiges einfacher 😉

  • 7x 500ml Dose Sprühkleber (26.40 CHF/Stk.) 184.80 CHF
  • 3x Reimo X-trem Isolator 10mm Stärke (21.50 CHF/Stk.) 64.50 CHF
  • 7x Reimo X-trem Isolator 20mm Stärke (33.50 CHF/Stk.) 234.50 CHF
  • Total: 483.80 CHF

 

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Konnten wir dir mit unseren gesammelten Informationen ein genaueres Bild vermitteln? Hast du etwas beizufügen, Fragen oder Anregungen zum Thema Fahrzeug isolieren? Dann teile, verbreite oder kommentiere doch unseren Beitrag!