Während der Planungsphase für unseren Bauwagen Umbau, entschieden wir uns flie­ßendes Warm- und Kaltwasser im zukünftigen Zuhause einzubauen. Das ganzen Wassersystem haben wir deshalb danach geplant und so konstruiert, dass wir den Luxus des warmen Wassers geniessen können. Doch wie sich herausstellte, sind wir mit noch weniger zufrieden, als gedacht 😉

Der gasbetrieben Durchlauferhitzer

Der gasbetriebenen Durchlauferhitzer war eines unser ersten Bauteile bzw. Geräte, welches geliefert wurde. Durch die Montage dieses Durchlauferhitzers hätten wir jederzeit soviel Warmwasser vorrätig, wie wir gerade bräuchten. Hört sich soweit toll an. Nun gut. Als wir dann so mitten im Umbau steckten und an gewissen Stellen aneckten, mussten wir unser vorab geplantes Bad komplett neu entwerfen und umstrukturieren. Manchmal kommt’s halt doch anders als geplant xD  Wir entschieden uns deshalb, bloß eine Notlösung des Bades auf die Schnelle einzubauen und den definitiven Einbau nach dem Einzug zu vollenden. Deshalb ließen wir uns Zeit, die endgültige Position des Durchlauferhitzers zu bestimmen und warteten noch mit dessen Einbau und beendeten alle Baustellen soweit, dass wir geplant am 1. April 2017 einziehen konnten.

In den ersten Tagen kochten wir also notgedrungen unser Wasser auf dem Alkoholkocher auf und mischten dieses in einem separaten Wasserkanister mit Kaltwasser. Anfangs war es ungewohnt 30 Minuten warten zu müssen, um „endlich“ warm duschen zu können. Wir setzten uns deshalb mit dem geplanten Einbau des Durchlauferhitzers erneut auseinander und merkten schnell, dass uns die Montage eines gasbetriebenen Systems nie wirklich sympathisch war. Nicht nur, weil ich grossen Respekt vor Gassystemen habe, sondern da wir gern komplett auf fossilen Brennstoff im Bauwagen verzichten möchten. Wir entschieden uns erstmal weiterhin unser Wasser aufzukochen und nach anderen Möglichkeiten zu suchen.

In den Sommermonaten wäre es relativ leicht eine Art Sonnenkollektor auf dem Metalldach zu montieren. Mit einigen Metallrohren und Manu’s Improvisationtalent ist diese Idee durchaus umsetzbar und für uns eine mögliche und gute Option. Natürlich existieren auch fertige Systeme, diese sind jedoch meist sehr kostspielig. Im Winter könnte ein Wärmetauscher im Holzofen für warmes Wasser sorgen, auch dies wäre leicht zu realisieren. Doch leider hatten wir einfach nicht die Zeit, diese Systeme zu installieren. Dazu kommt, dass wir einige echt harte Monate hinter uns haben und selbst die Kosten für einen Selbstbau, in dieser Zeit zu hoch gewesen wären.

So kam es, dass wir uns mit der Zeit daran gewöhnten, unser Warmwasser erst vorbereiten zu müssen und wir fingen an, die Wartezeit mit Gesprächen oder Onlilnearbeiten zu nützen. Zudem war der diesjährige Sommer irgendwie viel schneller vorbei als üblich und die Idee einer sonnengewärmten Warmwasseranlage vorerst vertagt 😀

Warmwasser aufkochen im Alltag

Mittlerweile gehört das Warmwasseraufkochen zu unserem Alltag und stört uns nicht in weiteren Tätigkeiten. Da wir abends vor dem zu Bett gehen duschen, ist es für uns kein Problem morgens nicht mal schnell duschen zu können. Falls wir doch morgens zusätzlich duschen wollen, planen wir uns die 30 Minuten ein. Wir nützen dazu einen 30 l Frischwassertank, welchen wir mit ca. 10-15 l kaltem Wasser befüllen und kochen zusätzlich etwa fünf Liter Wasser auf. Somit kommen wir täglich zu zweit mit ca.15-20 l Duschwasser aus :D! Im Vergleich zu einer herkömmlichen Dusche ist unser Wasserverbrauch wirklich sehr gering.

Nach einigen Mischversuchen, gelingt es uns mittlerweile das Wasser so zu mischen, dass mich Manu vor dem Duschen fragt: „Willst du heute etwas länger und richtig heiss duschen oder reicht eine kurze warme Dusche?“ Mit dieser Methode lässt sich nahezu jede Lieblingsdusche vorbereiten 😀 Da Manu lieber etwas kühler duscht als ich, dusche ich meistens vor ihm. Danach stellt er sich unter die Dusche und kann das etwas abgekühlte Wasser genießen. Wenn ich unser Geschirr spüle, koche ich nur wenig Wasser auf und lasse mein Upcycling Lavabo mit kaltem Wasser volllaufen und mische erneut. Dadurch sparen wir einiges an Wasser und wir müssen unseren Wassertank nicht so oft auffüllen. Unsere Wäsche waschen wir von Hand und meistens mit kalten Wasser oder mit einem Warm-Kaltwassergemisch. Für Koch- und Bettwäsche, sowie sehr verschmutzte Kleidungsstücke kochen wir ebenfalls fünf Liter Wasser auf und weichen die Wäsche darin ein.

Und jetzt?

Wir haben uns mittlerweile so daran gewöhnt ohne flie­ßendes Warmwasser auszukommen, dass es uns nur sehr selten fehlt. Und auch in diesen wenigen Situationen wäre es einfach nur schön flie­ßendes Warmwasser zu haben, jedoch nicht von Nöten. Als wir kürzlich beide krank im Bett lagen, wäre es wirklich vorteilhaft und bequem gewesen, einfach den Wasserhahn aufzudrehen und warm duschen zu können. Jedoch hat auch diese Situation nichts geändert und unser Durchlauferhitzer steht immer noch originalverpackt in unserer Garage xD Wir wissen nicht, ob wir den Durchlauferhitzer in der verbleibenden Zeit im Wagen noch einbauen werden, wahrscheinlich ja doch nicht, doch wer weiss, was uns die Winterzeit noch so bringt. Auf alle Fälle hätten wir ihn bereits auf Lager oder der oder die neue BesitzerIn unseres Bauwagen, die Möglichkeit und Wunsch ihn nachträglich zu montieren.