Der Winter hat begonnen, die Temperaturen sind in den letzten Wochen deutlich gefallen und unser Holzofen ist immer häufiger in Betrieb. In diesem Bericht erfährt ihr, warum wir uns für diese Form der Heizung entschieden und welche Erfahrungen wir damit gemacht haben.

In der Planungs- und Bauphase der Holzkiste haben wir sehr häufig und ausgiebig über das Thema Heizung diskutiert. Wir leben das ganz Jahr über im Bauwagen, ganz egal, was das Wetter für Pläne mit uns hat. Entsprechend sollte die Heizmöglichkeit zuverlässig sein und idealerweise auch nicht zu kostspielig. Dazu kommt, dass wir möglichst unabhängig von fossilen Brennstoffen versuchen zu leben. Da ist ein Holzofen für uns eine ideale Lösung:

  • Zuverlässig und robust gebaut, sodass praktisch nichts kaputt gehen kann
  • Gebrauchte Holzöfen sind sehr preiswert in der Anschaffung
  • Wenn nötig oder gewünscht, kann praktisch kostenlos geheizt werden
  • Holz brennt überall, unabhängig von verschiedenen Anschluss-Standards (Gasflaschen, etc.)
  • Ein Holzofen trocknet super effektiv die Luft und eventuelle Feuchtigkeit im Bauwagen
  • Je nach Modell zusätzliche Koch/Aufwärm Möglichkeit
  • Ein Wärmetauscher für warmes Wasser ist einfach zu installieren
  • Kuschelig angenehme Wärmeentwicklung, nichts ist vergleichbar mit der Wärme eines Feuers

So sehr wir unseren Holzofen lieben, gibt es einige Nachteile, die du beachten musst:

  • Feuer ist gefährlich und sollte nicht unbeaufsichtigt sein
  • Entweder es ist morgens ziemlich kalt oder du stehst in der Nacht auf für die Holzzugabe
  • Ein Holzofen benötigt einige Zeit, bis er spürbar Wärme abgibt
  • Holz muss, vor allem bei knappen Platzverhältnissen, regelmässig beschafft werden
  • Aufwändiger im Betrieb als andere Systeme
  • Unter Umständen kann dem Raum der Sauerstoff entzogen werden

Mögliche Vorsichtsmassnahmen

Triffst du die nötigen Vorsichtsmassnahmen, kannst du das Risiko von Unfällen oder Verletzungen deutlich minimieren. Natürlich musst du individuell entscheiden, was notwendig ist, damit du dich sicher fühlst. So haben auch wir nicht alle der folgenden Massnahmen bei uns umgesetzt:

  • Die Anschaffung eines Feueralarms ist eine vernünftige Idee. Im Notfall bist du spätestens beim Einsetzen des Alarms wach.
  • Die Montage eines Metall-Blech (oder eines anderen feuerfesten Material) an Boden und umliegenden Wänden ist zu empfehlen: Öffnest du die Ofentüre während dem Betrieb, besteht die Gefahr, dass Brennendes oder Glühendes auf den Boden fällt.
  • Ein Kohlenmonoxidmelder gibt Alarm, wenn zu viel CO in der Luft vorhanden ist. Wird ein Ofen länger und regelmässig in einem komplett geschlossenem Raum betrieben, ist dieser Melder eine vernünftige Anschaffung. Da wir häufig mindestens ein Fenster offen stehen haben, hatte diese Anschaffung bei uns aber keine Priorität.
  • Neuere Öfen sind teilweise mit externer Luftzufuhr erhältlich. Das bedeutet, neben dem Abgasrohr benötigt der Ofen noch eine Frischluft Leitung von Aussen. Auf diese Weise kann dem Raum kein Sauerstoff entzogen werden.
  • Isolierte Abgasrohre reduzieren das Verbrennungs-Risiko im Alltag, reduzieren allerdings auch die Wärmeabgabe an den Raum. Normale Abgasrohre werden sehr heiss und können bei Unachtsamkeit zu schmerzhaften Verbrennungen führen.
  • Keine Textilien direkt über den Ofen oder dessen Abgasrohre aufhängen. Kleider trocknen bereits in der nahen Umgebung eines Ofens sehr schnell.
  • Vor dem Betrieb ist es wichtig, die Bedienungsanleitung zu lesen oder dich zu informieren, wie der Ofen funktioniert. Bedienst du einen Ofen falsch, kann ein kleiner Raum in Sekunden voller Rauch sein.
  • Damit unser Bauwagen immer gut belüftet ist, haben wir über dem Bett eine kleine Lüftungsöffnung eingebaut.

Die Vorteile eines Kachelofens

Der Ofen, der nun im Bauwagen steht, war eigentlich nicht das Modell, das wir uns ursprünglich gewünscht hatten. Gerne hätten wir einen neuen, kleinen, gusseisernen Holzofen mit Fenster und externer Luftzufuhr in unserer Holzkiste eingebaut. Doch lag dieser leider ausserhalb unseres Budgets. Deshalb haben wir uns im Internet auf die Suche nach gebrauchten Öfen gemacht. Ziemlich schnell fanden wir einen Kachelofen für 120 CHF und haben diesen gleich abgeholt. Mittlerweile lieben wir unsere kleine aber dennoch sehr schwere und zugleich in die Jahre gekommene Heizung! So ein Kachelofen benötigt einiges an Zeit bis er wirklich Wärme abgibt, doch diese gibt er dann über Stunden ab, auch wenn das Feuer schon lange aus ist. Verwendest du zusätzlich Holzbriketts anstelle von normalem Holz, dann musst du dich kaum noch um den Ofen kümmern.

Der Alltag mit einem Holzofen

Morgens aus dem warmen Bett zu kommen und die Kälte des bereits abgekühlten Ofens im Raum zu spüren, ist definitiv das Härteste im Winter in unserer Holzkiste. Während der Nacht kühlt der Ofen ab und spendet nach gewisser Zeit keine Wärme mehr. Die Raumtemperatur gleicht sich langsam an die Aussentemperatur an und unser Bauwagen wird zur Eishöhle. Nicht selten kommt es vor, dass sich einer von uns beiden, eingepackt in Decken auf den Weg zum Ofen macht und diesen erstmal anfeuert, damit man sich danach erneut ins kuschelige Bett zurück begeben kann. Minustemperaturen haben wir auch schon in unserem Van erlebt und gut überstanden, ganz ohne Heizung oder Isolation dafür mit vielen Decken 🙂 Dennoch ist es natürlich angenehmer, wenn der Ofen die ganze Nacht Wärme abgibt. Aus diesem Grund stehe ich zur Zeit auch praktisch jede Nacht mindestens einmal auf und halte das Feuer am Brennen. So ist es für Sarah morgens einiges einfacher und angenehmer aufzustehen und sich für die Arbeit bereit zu machen.
Danach bleibt der Ofen bis Nachmittags oft unberührt, aus zwei einfachen Gründen: Nachdem wir den Ofen eingeheizt haben, bleibt dieser so lange warm, dass weitere Holzzugaben einige Stunden nicht notwendig sind. Zudem ist das Aschefach ziemlich schnell gefüllt. Einmal am Tag muss ich es während der Winterzeit entleeren. Damit sich keine glühenden Feststoffe im Wagen verteilen, lasse ich dazu das Feuer ausgehen.
Nachmittags und Abends ist unser Ofen bei den aktuellen Temperaturen im Dauerbetrieb. Wir testen im Moment noch verschiedene Formen von Holz Brennstoffen durch. Zu Beginn haben wir praktisch kostenlos mit Holzresten aus der Bauphase und verbliebenen Paletten geheizt. Diese Vorräte sind nun aber zu Ende. Nun nutzen wir vor allem Holzbriketts in unserem Ofen. Diese sind super praktisch, da sie nach dem Anfeuern kaum noch Holzzugaben benötigen und bis zu sechs Stunden vor sich hin brennen. Zur Zeit benötigen wir in einer Woche etwa 40-50kg davon. Wobei aber nicht alle dieser gepressten Würfel oder Zylinder gleich gut brennen in unserem sehr kleinen Brennraum.
Aktuell verbrauchen wir etwa vier bis fünf Packungen pro Woche der Briketts, wir könnten also problemlos Holz für einen Monat im Bauwagen lagern. Da wir aber noch immer verschiedene Produkte durchprobieren, beschaffen wir zwei bis drei Mal im Monat Holz für unseren Ofen.

Wie haltet ihr euer kleines Zuhause warm?

Wir haben persönlich gute Erfahrungen mit einem Kachelofen gemacht, doch es gibt noch viele andere Möglichkeiten wie du dein Zuhause warm halten kannst. Hast du bereits eigene Erfahrungen zum Thema Heizen im Zuhause auf Achsen gemacht? Dann kommentiere doch bitte diesen Beitrag und teile mit uns deine Erfahrungen😊

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