Wir leben nun seit knapp drei Monaten im Van. Insgesamt über 365 Tagen auf Achsen. Bereits im Bauwagen strebten wir nach einem möglichst abfall- und plastikarmen Leben. Nun sind wir täglich in anderen Regionen, befahren abgelegene Gebiete und müssen uns stets an anderen Orten eindecken.

Wenn man täglich unterwegs ist und dabei ständig neue Ortschaften entdeckt, ist es schwieriger den Lebensmitteleinkauf zu organisieren. Früher besuchte ich ein bis zwei mal wöchentlich den heimischen Markt. Dadurch konnte ich den gesamten Wocheneinkauf vorab planen und gezielt einkaufen. Durch den Besitz eines Kühlschrankes und Tiefkühlers war es leichter vorrätig zu kochen und gewisse Gerichte spontan zu servieren.

Heute leben wir ohne Kühlschrank und das bereits 1.5 Jahren. Wir essen dadurch weniger Milchprodukte und nahezu kein Fleisch. Unsere Essensgewohnheiten haben sich geändert und wir sind neugierig wie diese in Zukunft aussehen werden.

Minimalwaste und Reisen

Wenn man auf Reisen ist, möchte man möglichst viel Geld sparen, um noch länger weiter reisen zu können. Wir leben dauerhaft in einem Fahrzeug und arbeiten nebenbei an verschiedenen Projekten. Uns stehen nicht nur Ersparnisse zur Verfügung, sondern ein regelmässiges Einkommen. Deshalb müssen und möchten wir nicht das Billigste einkaufen. Wir bevorzugen gute und biologische Qualität und kaufen bewusst ein. Dabei umgehen wir allfällige Verpackungen und verzichten des öfteren auf gewisse Produkte. Dadurch hält sich die Waage und wir geben etwa gleich viel, jedoch meist weniger für unsere Lebensmittel aus, als vor unserem Nicht-Minimal-Waste-Leben.

Um auf Reisen den Abfall zu umgehen, deckten wir uns vorab mit Zutaten aus dem Unverpacktladen in der Heimat ein. Wir haben zusätzlich gelernt Essen einzukochen und verfügen dadurch über einige Vorräte an Bord. Nichts desto trotz verzichten wir ungern auf frisches Obst und Gemüse. In Frankreich und in Spanien machten wir gute Erfahrungen verpackungsfrei einzukaufen.

Hier eine Abfüllstation in einem französischen Bio Markt

 

Auch in Spanien fanden wir Läden in denen vollkommen verpackungsfrei eingekauft werden konnte

Zehn Tipps für einen verpackungsfreien Einkauf

  1. Besuche Märkte oder Hofläden
  2. Nutze die zerowastemap.org um weltweit Unverpacktläden in deiner Umgebung zu finden. Für die Schweiz ist diese Karte ebenfalls zu empfehlen Zerowastemap Switzerland. In der Happy Cow App findest du neben veganen Restaurants auch oftmals Bioläden oder Märkte
  3. In vielen Bioläden gibt es Unverpackt Abteilungen, wo du mühelos deine eigenen Gefäße verwenden kannst
  4. Nimm deinen eigenen Jutebeutel/Stofftasche/Rucksack/Tragtasche mit
  5. Verwende eigene Obst-und Gemüsebeutel
  6. Vergiss dein Einmachglas für pulvrige oder flüssige Lebensmittel nicht
  7. Gemüsenetze kennt deine Oma schon und sind auch heute noch geniale Helfer beim Einkauf
  8. Edelstahboxen sind perfekt für Beeren, Käse, Oliven, Gewürze, Antipasti, etc.
  9. Verzichte nach der eigenen Kontrolle auf den Kassenzettel und nimm nur die Kreditkartenabrechnung mit
  10. Bienenwachstücher sind ebenfalls sehr hilfreich, um geschmierte Brote zu transportieren oder auch etwas frisches Brot, Gebäck, etc. vom Markt einzupacken

Auch wenn es dir nicht möglich ist auf Märkten oder in Unverpacktläden einzukaufen, sind die obigen Punkte empfehlenswert, um ebenfalls im herkömmlichen Supermarkt abfallarm einzukaufen. Unsere Stoffbeutel haben wir immer dabei. Sie sind leicht und benötigen kaum Platz. Zusätzlich sind sie super praktisch, um auch mal ein Brötchen zwischen durch oder eine Nusstange verpackungsfrei zu genießen. Obst und Gemüse können ohne Kunststoffsäckchen abgewogen und dann in den Stoffbeutel transportiert werden. Bislang wurden die eigenen Stoffbeutel überall akzeptiert und stießen stets auf Begeisterung. Ist es dir nicht möglich auf Plastikverpackungen zu verzichten, achte darauf Glasprodukte einzukaufen. In vielen Ländern wird Glas recycelt. Zudem sind Produkte, welche in Glass verpackt sind weniger gesundheitsbedenklich, wie z.Bsp. Aludosen mit Plastikbeschichtung. Lagerst du die Gläser fachgerecht, sind diese problemlos zu transportieren. Wir bewahren unsere gesamten Lebensmittel in wiederverwendeten, geschenkten oder secondhand Glasgefässen auf und sind sehr zufrieden damit. Trotz Offroad Touren gingen uns erst ein Glas kaputt 😉

Muss ich immer das gesamte Minimal Waste Equipment dabei haben?

Nein! Wenn wir geplant einkaufen, wägen wir ab, was wir alles von den oben erwähnten Gefäße mitnehmen. Wir nehmen selten alles mit 😉 Sind wir spontan unterwegs und möchten etwas einkaufen, tragen wir stets ein, zwei Stoffbeutel mit uns rum, um ungeplante Einkäufe zu tätigen. Außerdem überlegen wir vor dem Verlassen des Vans, was uns evt. behilflich sein könnte um Abfall zu umgehen. Haben wir mal nicht die passende Ausrüstung dabei, verzichten wir auf ein Produkt oder versuchen die Verpackung wiederzuverwenden. Ist dies vorzugsweise ein Papierbeutel dient dieser dann beim nächsten Verpackungsfreien Einkauf 😉

Wie du siehst ist es relativ einfach abfall- und plastikarm einzukaufen. Mit ein wenig Vorbereitung und einem wesentlichen Minimal Waste Equipment ist es durchaus möglich, auch auf Reisen oder während des dauerhaften Vanleben möglichst wenig Abfall zu produzieren. Allerdings ist es wichtig sein Equipment dabei zu haben, um nicht in das alte Muster zurück zu fallen! Deshalb legt eure Minimal Waste Ausrüstung immer in Sichtweite; das ist im Van beinahe unumgänglich 😉

Unser Fazit

Durch das Verpackungsfreie Einkaufen verzichten wir öfters auf gewisse Produkte und überlegen uns, ob wir das wirklich benötigen. Wir setzen uns viel intensiver mit dem Einkauf auseinander und konsumieren dadurch weniger und bewusster. Durch unseren Lebensstil konnten wir viele neue Details über Produkte lernen und wissen den Aufwand und die Energie der Produktion unserer Lebensmittel nun besser zu schätzen.

Achtest du bereits im Alltag darauf deinen Abfall zu reduzieren? Benutzt du ebenfalls gewisse Helferlein, um Plastikmüll zu umgehen? Kommentiere doch unseren Beitrag und erzähle uns von deinen Einkaufsmethoden! Wir freuen uns über Feedback, alternative Lösungen und Anregungen 😉