Herrlich duftende Wäsche war für mich stets der Inbegriff von Sauberkeit und Frische meiner Garderobe. So intensiv wie möglich und lang anhaltend stand an oberster Priorität. Ich kaufte deshalb oft und gerne, die Produkte mit dem in der Werbung angepriesenen intensivsten Duft und ließ dabei außer Acht, oftmals unverschämt hohe Preise zahlen zu müssen. Dass ich damit die Umwelt schlussendlich stark belaste, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

Als wir uns entschieden ein möglichst umweltbewusstes Leben zu führen, rückte das Thema Wäsche waschen auf einmal in ein ganz anderes Licht. Ich recherchierte, was für Inhaltsstoffe üblicherweise in einem herkömmlichen Waschmittel oder Weichspüler vorhanden sind. Ich machte mir davor schlichtweg keine Gedanken zu diesem Thema und stieß auf völliges Neuland. Als erstes musste ich die vielen Begriffe nachschlagen und mich informieren, was diese chemischen Stoffe wirklich bedeuten. Als ich nach einer intensive Recherche herausfand, dass man mit jedem Schuss Weichspüler, die Umwelt aufs gröbste belastet und dabei den eigenen Körper täglich mit noch mehr Giftstoffen direkt über die Haut konfrontiert, wurde mir während dem Lesen richtig übel und das schlechte Gewissen begann in meinem Hinterkopf zu nagen. Bisher waren mir die schädlichen Tenside und chemische Giftstoffe nicht wirklich bekannt und deren Auswirkungen ebenso wenig.

Hier eine kleine Auflistung, was im Weichspüler alles drin sein kann:

Kationische Tenside: Kationische Tenside verhindern, dass deine Wäsche steif wird und machen diese angenehm weich. So weit so gut. Das diese ebenfalls zu Hauterkrankungen führen können, erfuhr ich aus eigenen Erfahrungen nach dem Wechseln eines Produktes und zahlreichen teuren Untersuchungen. Zusätzlich belasten Tenside die Umwelt, sobald sie ins Abwasser gelangen.

Formaldehyd: Ebenso sind Formaldehyd und Formaldehydabspalter bekannte Bestandteile von Weichspülern. Diese werden als Desinfektions- und Konservierungsmittel genutzt. Für manche Menschen können Formaldehyd die Schleimhäute reizen oder Allergien auslösen. Sie stehen zusätzlich im Verdacht krebserregend zu sein.

Allergene Duftstoffe: Damit deine Wäsche intensiv riecht, werden oftmals künstliche und allergene Duftstoffe verwendet. Bekannte Duftstoffe sind unter anderem Amylcinnamal, Amylcinnamylalkohol, Benzylalkohol, Benzylsalicylate, Cinnamylalkohol, Cinnamal, Citral, Coumarin, Eugenol, Geraniol oder Lyral. Da Duftstoffe im Weichspüler eine wesentliche Rolle spielen, könnte man diese Liste unendlich erweitern. Die genannten Duftstoffe können zu Störungen des zentralen Nervensystem führen und werden nichts desto trotz regelmässig verwendet.

Halogenorganische Verbindungen: Halogenorganische Verbindungen stellen eine Gruppe von zahlreichen Stoffen dar. Diese enthalten die bekannten Halogene wie Brom, Chlor oder Jod. Verschiedene Stoffe dieser Gruppe sind ebenfalls in Weichspülern zu finden. Einige dieser Stoffe stehen zudem seit mehreren Jahren im Verdacht krebserregend zu sein und können in Gruppen Allergien auslösen.

All diese Inhaltsstoffe dürfen die Hersteller ohne Konsequenzen ihren Produkten beimischen…

Die Inhaltsstoffe des Waschmittel gleichen denen des Weichspülers. Allerdings findet man zusätzlich Bleichstoffe und Phosphate als Wasserenthärter oder optische Aufheller.

Die Listen wurden immer länger und ich entschied mich nach einer natürlichen Alternative zu suchen und die herkömmlichen Produkte zu meiden.

Efeu und Kastanien zum Waschen?

Mit Efeu oder Kastanien die Wäsche zu waschen kannte ich bereits von der Grossmutter einer Freundin aus der Jugendzeit. Sie nutze die Kastanien aus ihrem Garten für die Wäsche und sammelte diese in riesigen Mengen für die ganze Wäsche der Familie. Als Kinder durften wir ihr zusehen, wie sie die Kastanien zerkleinerte, danach in der Nähe des Schwedenofens trocknen ließ und in Einmachgläsern lagerte. Sie füllte die Stücke vor jeder Wäsche in einen ausgedienten Strumpf und fügte diesen der Wäsche hinzu.

Ein einziges Mal, sah ich sie das Gleiche mit Efeu vorzubereiten. Als ich sie fragte, ob man diesen ebenfalls zum Wäsche waschen nutzen könne, bejahte sie meine Frage, fügte aber hinzu, dass sie allerdings die Kastanienvariante vorzog.

Als ich nach Alternativen suchte fiel mir diese Kindheitserinnerung wieder ein und ich versuchte mich letzten Herbst ebenfalls an dem Kastanienwaschmittel. Allerdings wurde unsere Kleidung nicht so sauber, wie erhofft. Trotz Vorbehandlung und vieler positiver Erfahrungsberichte im Internet, war diese Art zu waschen keine geeignete Alternative für uns. Ob es daran lag, dass wir die Wäsche von Hand wuschen oder zu wenig Kastanien nahmen, fand ich nach einigen Versuchen nicht heraus und testete eine andere Methode. Die Efeu Variante habe ich dabei ausgelassen und nicht getestet.

Natron und Soda

Ich las das Rezept von Smarticular aus Natron und Soda.

100 g Aleppo- oder Kernseife

150 g Soda

150 g Natron

optional 100 g Spülmaschinensalz

optional ätherisches Öl (z.B. Zitrone oder Lavendel)

Quelle: https://www.smarticular.net/oekologisches-waschpulver-aus-eigener-herstellung/

Es hörte sich ganz leicht an und ließ sich laut Rezept auf Vorrat anmischen. Ich suchte in den Läden und Apotheken nach den Zutaten und fand das Natron lose im Unverpacktladen und in der Drogerie in Winterthur. Das Soda kaufte ich in Karton eingepackt. Wer weiss, vielleicht finde ich au hier mal noch ne komplett verpackungsfreie Alternative. Die Aleppo Seife schenkte mir eine Freundin aus dem Urlaub, welche sie ohne Verpackung mitbrachte. Außer die ätherischen Öle, welche sehr ergiebig sind, kann ich die Zutaten komplett plastikfrei besorgen.

Wir wuschen unsere Wäsche von Hand und nutzten das erste Mal das neue Waschpulver; Die Wäsche wurde komplett sauber und roch nach Lavendel. Selbst die hundeverschmutzten Tücher wurden tadellos rein. Wir brauchen sehr wenig davon, mischen es an und füllen es auf Vorrat ab. Bei hartem Wasser wirkt Spülmaschinensalz als zusätzlicher Wasserenthärter und verbessert so die Waschwirkung. Durch die Beigabe der ätherischen Öle, riecht die Wäsche angenehm frisch. Nicht annähernd so intensiv wie die Chemiebomben davor, allerdings viel natürlicher!

Ein Schuss Apfelessig erfüllt den gleichen Zweck wie ein herkömmlicher Weichspüler. Der Essig Geruch verfliegt nach dem Waschen und macht die Wäsche angenehm weich. Die Zutaten sind sehr günstig und können für andere Rezepte genutzt werden. Es ist ein natürliches und umweltfreundliche Waschmittel, welches die Natur nicht belastet.

Waschen in der Natur

Gerade für Menschen, welche gerne in der Natur ihre Zeit verbringen, ist es wichtig auf den Umgang mit dieser zu achten. Wir streben nach dem Motto; Verlasse jeden Platz sauberer, als du ihn vorgefunden hast. Dazugehören auch die Abwasserentsorgungen. Wenn man sein Geschirr in der Natur abwäscht und das Abwasser nicht sammelt, ist es notwendig ein biologisch abbaubares Produkt zu wählen oder sogar selbst herzustellen. Zusätzlich ist es wichtig, nie direkt in Flüssen oder Gewässer sein Geschirr zu spülen. Jedes Produkt auf Seifen Basis sollte durch die Erde gehen, um somit teilweise gefiltert werden zu können.

Langzeitfazit

Wir nutzen seit zwei Jahren ausschliesslich dieses Mittel und sind komplett zufrieden damit. Wir haben die Grundzutaten sowieso mit an Bord und mischen uns aus diesen noch einige andere Reinigungsmittel an 😉 Die Waschkraft kann man nötigerweise durch Zitronensäure verstärken, brauchen wir aber äußerst selten bis nahezu nie.

Im Allgemeinen braucht es nicht viele Zutaten oder Zeit, um die eigenen Reinigungsmittel herzustellen und das Zuhause damit sauber zu halten. Es gelingt uns dieses Waschmittel und andere Putzmittelchen auf 6 qm anzurühren und wir können sie dir nur herzlichst empfehlen 😉