Einen Monat verbrachten wir nun in der Schweiz. Die meiste Zeit arbeiteten wir an unserem Van; dieser musste die letzten 6000km einiges verkraften. Salzwasser, Sand und Schotter haben ihre Spuren an unserem Abenteuermobil hinterlassen. 

Hier in der Schweiz blieb uns leider nicht viel Zeit zum Erkunden der schönen Schweizer Natur. Es stand einiges an Arbeit an, die vor der Weiterreise noch erledigt werden musste. Die meiste Zeit verbrachten wir rund um Winterthur. Hier nutzen wir die Möglichkeit Pakete und Post zu empfangen. Zudem wissen wir, wo wir welche Materialien für den Ausbau bekommen und auch unser Mechaniker des Vertrauens führt seine Werkstatt hier in unserer Heimatstadt. Dazu kamen einige Termine in der Stadt, so dass wir den Alltag fast immer in dieser Gegend verbrachten.

Wir hätten gerne noch einige Tage in den Alpen erlebt. Doch leider hat die Zeit nicht gereicht. Dafür konnten wir sehr viel erledigen und die Arbeiten an und in unserem Van weiter voran treiben.

MFK – Motorfahrzeugkontrolle

Bevor wir mit unserer Reise fortfahren, mussten wir unseren Van wieder richtig bereit machen. Ein wichtiger Punkt war dabei die Motorfahrzeugkontrolle. Diese haben wir zum Glück ohne grössere Probleme beim ersten Anlauf bestanden! Für uns eine absolute Erleichterung! Dieser Termin stand zwischen uns und der Weiterfahrt Richtung Norden. Wir wussten nicht, wie das Strassenverkehrsamt auf unseren Ausbau reagieren wird, da der Van als Lieferwagen eingelöst ist. Umso glücklicher sind wir jetzt, da es nichts zu beanstanden gab.

Die Vorbereitungen dazu hielten sich glücklicher Weise in Grenzen. Wir bemühten uns den Van super gründlich zu reinigen, vor allem von Unten. Unser Mowag war wirklich dreckig! Einen Platz zum Waschen mit Lift zu finden, erwies sich schwieriger als erwartet. Die Anlagen, die wir fanden, waren alle nur bis 2.5t zugelassen. Unser Zuhause wiegt zur Zeit etwas um die drei Tonnen.

Nachdem wir uns durchgefragt haben, konnte uns zum Glück Marco, ein guter Freund, einen Platz bei einer Werkstatt organisieren.

Für die Inspektion an sich, hatten wir nur einen Lichtschalter sowie eine Glühbirne zu reparieren! Das Lenkgetriebe zeigte bereits ziemlich viel Spiel, so dass wir nicht sicher waren, wie der Inspekteur darauf reagieren wird. Doch es war noch gerade so OK. Wir haben uns danach doch entschieden, dieses zu ersetzen, da wir in den nächsten Monaten viele tausende Kilometer durch Nord-Europa zurücklegen werden und Probleme mit der Lenkung lieber vermeiden 🙂 Unser Mechaniker hat sich einen Nachmittag Zeit genommen und das Lenkgetriebe zusammen mit mir gewechselt. Für diesen riesigen Gefallen sind wir Roger unglaublich dankbar! Selbst auszuwechseln, lag auf Grund fehlender Werkzeuge nicht drin. Zudem arbeite ich nicht gerne ohne Fachwissen an der Lenkung oder den Bremsen. Auf diese Weise konnte ich wieder Vieles über unseren Van lernen und wir können uns sicher sein, dass alles korrekt sitzt.

Ausmisten

Damit wir in unserem Van ziehen konnten, reduzierten wir unser Hab und Gut schon vor der Abreise. In den letzten beiden Monaten auf Achsen hat sich aber gezeigt, dass wir immer noch viel unnützes Zeug mit uns rumschleppen! Wir haben festgestellt, dass wir viel Dinge, die wir besitzen nicht mehr brauchen oder verwenden. All diese Sachen werden wir nun erneut minimalisieren, um somit nur das Nötigste dabei zu haben.

Bei unserer Abreise vor drei Monaten war ziemlich viel los. Viele Gegenstände, die wir nicht mitnahmen, verstauten wir in einem Kellerabteil eines Freundes. Wir hatten einfach nicht mehr die Zeit, für alles einen neuen Besitzer zu finden. Einiges landete im Keller, da wir bei der Abreise praktisch keinen  Stauraum im Van besassen. Dies hat sich mittlerweile geändert und ein Teil der eingelagerten Sachen können nun mit! Wir hatten also noch einiges zum Aufräumen, Aus- und Umsortieren.

Ausbau weiter optimieren

Unser Innenausbau ist im Prinzip eine Dauerbaustelle 😉 Los gefahren sind wir, praktisch ohne Stauraummöglichkeiten. Alles lag irgendwo, in irgendwelche Taschen oder Kisten… Auf dem Weg dem Mittelmeer entlang, optimierten wir den Innenausbau, bauten Regale und verschiedene Schubladen. Doch fertig sind wir (wahrscheinlich) noch lange nicht.

Die Zeit hier in der Schweiz nutzten wir unter anderem für weitere Ausbauschritte.Unser Dach ist nun endlich mit Birkensperrholz verkleidet und fertig isoliert. Auch unser Vierbeiner Mogli bekam seine eigene Höhle, in der er sich ‚Pudelwohl‘ fühlt. Unsere Schuhe fanden ebenfalls einen Platz und liegen nicht mehr im Van herum. Die Bad-Ecke wurde grundlegend überarbeitet. Unser Waschbecken ersetzten wir durch ein kleineres, neue Stauräume für Hygieneutensilien entstanden und der Bereich um das Waschbecken wurde mit rostigen Stahlblechen verkleidet. Das Abwassersystem entschieden wir komplett wegzulassen. Selbst die Wasserfilter und die Wasser-Ansaugpumpe mussten umziehen. Der Alkohol-Kocher fand ebenfalls seinen festen Platz in einer Schublade. Unsere Bett-Erweiterung ist auch nicht mehr ein lose herumliegendes Brett, sondern ein einfacher Klappmechanismus.

Alle diese Umbauten fanden unter freiem Himmel statt. Wo auch immer wir gerade standen, packten wir unsere Werkstatt aus und unser Freiheitsmobil wurde erweitert. Das Glück stand auf unserer Seite und das Wetter ersparte uns den Regen, sodass wir ganz gut vorwärts kamen. Den eigenen Van ‚on the road‘ auszubauen ist eine sehr spezielle Erfahrung. Einerseits ist es natürlich sehr angenehm bei allerschönstem Wetter und mit wunderbarer Aussicht zu arbeiten, andererseits weiss man nie, wie andere Menschen darauf reagieren werden. Da wir sehr großen Wert darauf legen, jeden Ort sauberer zu hinterlassen, als wir ihn vorgefunden haben, hinterließen wir mit unserer mobilen Werkstatt, keine Spuren und bemühten uns die Plätze stets ordentlich zu halten und nicht zu belasten und stießen auf keinerlei Probleme.

Die Erfahrung mit einem unvollendeten Fahrzeug loszuziehen, sehen wir mittlerweile als Bereicherung und sind dankbar, über diese Wendung. Dass wir schon seit drei Monaten im Fahrzeug leben und diese Erfahrungen beim weiteren Ausbau nutzen können, ist eine grossartige Sache! Ohne vorab mit dem Fahrzeug gereist zu sein und den idealen Ausbau zu planen ist wirklich nicht einfach. Wir lernen jeden Tag viel über unsere Bedürfnisse und können den Ausbau nach diesen richten. Unser Van wird immer mehr zu einem gemütlichen Zuhause, eine spannende Entwicklung, die wir sehr genießen.

Freunde und Familie

Ende Februar fehlte es uns an Zeit für Familie, Freunde oder Bekanntschaften. Wir waren gezwungen unter Stress abzureisen und konnten uns bei niemandem mehr wirklich verabschieden. Bald ist es wieder soweit und wir werden die Schweiz für noch viel längere Zeit verlassen. Wir wollten diesen Monat ebenfalls nutzen, um uns anständig von unserer Familie und unseren Freunden zu verabschieden. Die nächsten Monate und vielleicht auch Jahre werden wir sehr weit weg sein und man weiss nie, was in dieser Zeit bei uns oder hier in der Schweiz geschieht. Eben so wenig wissen wir, wann wir alle diese Menschen wieder sehen werden. Da sind wir ziemlich froh darüber, das wir dieses Mal auch die Möglichkeit hatten noch ein wenig Zeit mit unserer Familie und Freunden zu verbringen.

Wie geht es weiter?

In den nächsten Tagen werden wir die Schweiz verlassen und uns auf den Weg Richtung Norden machen. Unser nächster wichtiger Stop ist in Deutschland: Das Dachzelt-Festival 2018 (21. bis 24. Juni) im Mammut-Park Stadtoldendorf! Zusammen werden wir dort einen Workshop zum Thema Minimal-Waste: Umweltbewusst Reisen führen und euch viele spannende Tipps für einen gesünderen und umweltbewussten Alltag während dem Reisen geben. Kommt vorbei und lernt uns persönlich kennen 😉 Wir freuen uns auf jeden von euch! Die Tickets dazu findet ihr hier!

Nach dem Festival geht es für uns wahrscheinlich weiter Richtung Polarkreis! Wir wollen die wunderschöne Natur von Norwegen, Schweden und Finnland erkunden. Einen festen Reiseplan haben wir aber nicht, wo uns der Weg hinführt sehen wir dann nach dem Dachzelt-Festival 🙂 Natürlich bemühen wir uns auch in Zukunft den Innenausbau on the road zu optimieren und unser Zuhause zu verschönern. Doch mit der Abreise wird es noch eine grosse Überraschung geben, was genau, verraten wir euch zu einem anderem Zeitpunkt 😉