Bei vielen Dänemark Reisenden ist die Insel Rømø und deren Strände ein beliebtes Ziel. Einen Strand mit dem eigenen Auto zu befahren ist etwas Besonderes und eine spannende Erfahrung. Zusammen mit der Familie von Rumpeltours besuchten auch wir die beiden Strände und machten uns zwei schöne Tage im Sand.

Die Strände von Rømø sind nicht die ersten befahrbaren Sandpisten an der Küste, die wir auf unserer Reise in den Norden inspizierten. In Deutschland besuchten wir bereits den Strandparkplatz St. Peter-Ording, welcher uns dann aber definitiv zu voll war. Nun wollten wir es erneut wissen und begaben uns auf den Weg zu dieser kleinen Insel westlich von Dänemarks Festland.

Auf dem Rømødæmningen, dem künstlichen Strassendamm, welcher Rømø mit dem Festland verbindet, trafen wir die Rumpeltours. Diese super sympathische vierköpfige Familie (inkl. Hund) haben wir zusammen mit ihrem selbst aus- und umgebauten LKW-Reisemobil am Dachzelt Festival kennen gelernt. Da man sich gleich sympathisch war, lag es nahe, dass wir uns erneut treffen werden. Sie befanden sich gerade auf dem Weg von Schweden zurück nach Deutschland, kamen uns also sozusagen direkt entgegen und wir freuten uns auf diese Gelegenheit und ein Wiedersehen.

Die Insel ist an drei Seiten umgeben von riesigen Stränden. Im Norden, Süden und Westen befinden sich grosszügige Sandflächen. Der nördliche Teil dieser Strände ist militärischen Zwecken vorenthalten. Es kann schon auch mal vorkommen, dass man riesige Militärflugzeuge am Strand landen und starten sehen kann, wobei man da schon ziemlich viel Glück haben muss. Für Touristen und Reisende bleiben aber noch die West- und Südküste. Die beiden Strandabschnitte sind miteinander verbunden, so dass man zu Fuss oder mit dem Fahrrad vom einen zum anderen wechseln kann. Mit motorisierten Fahrzeugen ist dies aber nicht erlaubt. Zwischen den beiden Küstenteilen wurde eine Autofrei Zone begrenzt. Wir entschieden uns, als erstes gleich einmal die Westküste anzufahren und uns ein Bild davon zu machen.

Rømø Autostrand (Lakolkstrand)

Der westliche Strand von Rømø ist wohl auch der meist besuchte. Der Sand ist sehr hart, sich festfahren sollte kaum möglich sein, müsste man meinen. Doch immer wieder haben uns diverse Personen mit ihren Autos bewiesen, dass wenn man gedankenlos den Strand befährt, ein Festfahren ohne weiteres möglich ist 😉 Am ganzen Strand findet man immer wieder Bereiche, wo der Sand lockerer ist. Wenn man genau da auf die Bremsen drückt und anhält, kann ein Weiterfahren schon schwierig werden. In der ganzen Region gilt das Tempolimit 30km/h. Ohne 4×4 Antrieb sollte man also bei diesen weichen Stellen auch wirklich 30km/h fahren und erst auf härterem Grund wieder langsamer werden oder einen Stop machen. Hat man sich festgefahren, ist das aber auch kein grosses Problem. Viele sehr hilfsbereite Personen sind an diesen Stränden zu finden, wenn man nett fragt, wird einem also auch oft geholfen. Der (verglichen mit unserem Van) riesige DAF LKW der Rumpeltours kam auch mehrere Mal zum Einsatz, als sich einige PKW’s hinter uns eingegraben hatten. Ebenfalls sind diverse 4×4 Fahrzeuge vor Ort, die gegen eine Gebühr andere Fahrzeuge aus dem Schlamassel befreien.

Vorsichtig ist geboten, wenn man sein motorisiertes Gefährt nahe am Wasser abstellt. Ebbe und Flut machen an diesen Stränden einen markanten Unterschied; so kann sich das Meer bei Ebbe auch mal mehrere Kilometer zurück ziehen. Kommt die Flut zurück, geschieht dies durchaus sehr schnell! Wenn man an der Wasserlinie parkt, ist es wichtig, das eigene Gefährt immer im Auge zu behalten, damit man im Fall der Fälle bevor es zu späht ist, wegfahren kann.

Der Strand wird gut besucht und es war einiges los, doch verglichen mit St. Peter-Ording hielt sich der Ansturm in Grenzen. Das liegt wohl auch an der Grösse der Sandebene. Die vielen Fahrzeuge können sich hier echt gut verteilen und jeder findet einen gemütlichen Platz direkt am Wasser oder weiter hinten.

Wir verbrachten einen wirklich schönen Tag am Wasser. Der Wind war teilweise schon echt kühl, doch hat man die Fahrzeuge richtig positioniert, kann man sich gemütlich in den Windschatten setzten 🙂 Auch unsere Hunde, Müsli, die riesige Dogge der Rumpeltours und Mogli, verstanden sich gut miteinander. Ein persönliches Highlight: André hat mir doch tatsächlich die Schlüssel zu ihrem geliebten Abenteuermobil in die Hand gedrückt und ich durfte eine Runde damit im Sand drehen! Vielen Dank an dieser Stelle für diese Gelegenheit, das war eine super Erfahrung :)!!!

Leider ist das Übernachten an den Stränden von Rømø streng verboten. Die Bußen und Strafen, wenn man diese Verbote ignoriert, sollen auch echt heftig sein, wobei wir da aber ganz verschiedene Geschichten hörten. Wir übernachteten zusammen mit den Vier von Rumpeltours auf einem Campingplatz. Wie es generell auf der Insel mit dem Freistehen aussieht, wissen wir leider nicht genau. Kleinere Parkplätze die sich für eine Nacht eignen würden, gibt es einige. Doch generell soll das Übernachten im Auto in Dänemark ja verboten sein. Grundsätzlich hatten wir nie Probleme und sind auch auf einige andere Menschen getroffen, die das Freistehen eben so wie wir in Dänemark praktizierten. Allerdings ist der Tourismus auf diesem kleinen Stück Land doch ziemlich ausgeprägt, dass in diesem Bereich von Dänemark wohl eher mal eine Buße ausgestellt wird. Alles in allem wollten wir es aber nicht ausreizen und verzichteten auf das Risiko einer Buße.

Sønderstrand

Während dem zweiten Tag auf Rømø hielten wir uns auf der unglaublich riesigen südlichen Sandebene auf. Dieser Abschnitt ist noch einmal ein ganz anderes Kaliber. Je nach dem, wo man sich gerade aufhält und wie es um Wind, Wetter und Gezeiten steht, ist die Wasserlinie nicht mehr zu sehen. An diesem Strand könnte man sich wirklich verlaufen. Soweit das Auge reicht sieht man nur noch Sand. Kilometer weit kann sich das Meer auch während der Ebbe zurückziehen. Hat sich das Wasser zurück gezogen, darf man mit seinem Fahrzeug weit raus ins Watt fahren. Allerdings sollte man da wirklich sehr vorsichtig sein und wissen was man macht! Schlägt es von Ebbe zur Flut um, ohne das man dies gleich mitbekommt, ist man schnell in den riesigen Wassermassen gefangen.

Hier findet man auch viele Wind- und Kitesurfer, Kitebuggy Fahrer sowie Strandsegler. In extra für diese Sportarten eingeteilten Bereiche, sind diese erlaubt. Neulinge können erste Versuche wagen und das Equipment dazu direkt vor Ort mieten.

Hier ist der Sand stellenweise nicht ganz so hart, wie weiter nördlich. Das sich jemand fest fährt, kommt also auch des öfteren vor. Allerdings existieren „Strassen“, welche durch diesen gigantischen Sandkasten führen. Damit ist auch ohne 4×4 Antrieb ein Besuch absolut kein Problem. Zudem findet man auch hier bestimmt Hilfe, wenn man stecken bleiben sollte. Mehrere Offroad Fahrzeug ziehen ihre Runden in der Hoffnung, beim Bergen eines Fahrzeuges ein paar Kronen verdienen zu können. Da wir aber etwas Abseits vom Geschehen standen, fragte uns an diesem Tag niemand um Hilfe und wir konnten die Zeit wirklich in Ruhe genießen.

Dieser Strand ist ganz klar unser Favorit auf der Insel Rømø . Die Flächen sind riesig und man fühlt sich beinahe alleine. Stellt man sich ein wenig abseits in eine Ecke, bekommt man kaum noch was mit von den anderen Besuchern. Zudem kann man hier mit seinem 4×4 auch ein wenig spielen und schauen, was möglich ist. Im Sand, Watt zu fahren und sogar Wasserdurchfahrten durch Priele sind möglich.

Nachdem wir einen wunderschönen zweiten Tag am Strand auf Rømø verbracht hatten, begaben wir uns gegen den Abend dann zurück aufs Festland. Dort entschieden wir uns eine Nacht mit beiden Fahrzeugen freizustehen. Auf einem Parkplatz direkt am Meer mit fabelhafter Aussicht, verbrachten wir die letzte gemeinsame Nacht. Am Tag darauf trennten sich dann unsere Wege wieder. Während wir weiter Richtung Norden fuhren, machten sich die Rumpeltours auf den Weg zurück nach Deutschland, mit der Absicht den kompletten Haushalt gänzlich aufzulösen, damit sie baldig in ihr Reisemobil ziehen können.

Das Fazit

Rømø ist definitiv ein Besuch wert! Diese Insel ist gut besucht, dennoch gibt es mehr als genügend Platz für alle. Die vielen Menschen verteilen sich auf der riesigen Ebene und man findet auch ruhige Plätzchen. Wer den Trubel scheut,  sollte besser gleich die südliche Küste ansteuern, da ist wirklich noch mal viel weniger los, als am Lakolkstrand.