Wir hatten eine wunderbare Zeit in Dänemark mit vielen schönen Plätzen für die Nacht. Nun geht unsere Reise weiter nach Schweden. Verschiedene Wege führen in dieses faszinierende Land. Wir entschieden uns für die Überfahrt mit der Nacht-Fähre. Für uns die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können!

Für die Fahrt von Dänemark nach Schweden hat man grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder man fährt auf der Europastrasse E20 über die Storebæltsbroen und Öresundbrücke, welche beide kostenpflichtig sind, oder man nutzt eine der zahlreichen Fährverbindungen. Wir waren lange unentschlossen und hin und her gerissen. Zum Schluss war es dann einfach eine Bauchentscheidung. Wir fuhren weiter in den Norden von Dänemark bis Frederikshavn und nutzten die nächtliche Fährverbindung nach Göteborg. Sarah beobachtet die Verbindungen und die Preise die ganze Zeit, so dass wir für rund 70 Euro ein preiswertes Angebot der Stena Line fanden. Dieses Angebot kam uns günstiger, als die Kosten für die beiden Brücke.

Der Check-In

Das Einchecken verlief schneller und einfacher als erwartet. Zuerst benötigte das Personal am Schalter die Buchungsnummer. Wenn man die Buchungs-E-Mail auf dem Smartphone speichert, kann man diese auf dem Handy gleich vorzeigen. Auf diese Weise scannt der Angestellte am Schalter direkt den Barcode im Mail, was alles ein wenig vereinfacht und beschleunigt. Danach mussten wir noch unsere drei Pässe zeigen, bzw. unsere beiden Pässe sowie den Heimtierausweis von Mogli. Zudem muss der Hund die Einreisebestimmungen für Schweden erfüllen. Zum Schluss wollte sie noch wissen, ob wir Gas im Auto mitführen, was nicht der Fall ist. Ich kann also auch nicht genau sagen, warum sie das wissen musste. Ich nehme an, sie hätte uns sonst noch angewiesen sämtliche Leitungen abzudrehen und vielleicht einem speziellen Deck zugewiesen? Vielleicht kann uns das jemand in einem Kommentar beantworten 🙂

Fähre nach Schweden mit dem Hund

Die Regelung mit Hunden an Board einer Fähre sind nicht überall gleich. In unserem Fall bestand die Möglichkeit den Hund im Auto zu lassen oder ihn mit an Bord in einem speziellen Bereich mitzunehmen. Wir entschieden uns Mogli im Auto zu lassen. Unser Van ist für unseren Vierbeiner sein Zuhause. Es gibt wohl kaum einen Ort auf so einem Schiff, an dem er sich wohler fühlen würde, als genau da 🙂 Zudem stellt es für ihn kein Problem dar, einige Stunden alleine im Mowag auf uns zu warten, in der Regel schläft er dann einfach. Das unser vierbeiniger Freund während der Schiffsfahrt im Fahrzeug bleibt, mussten wir schon bei der Buchung der Fähre im Internet angeben. Diese Option findet man bei der Stena Line etwas versteckt unter ‚Extras & Mahlzeiten‘.

Beim Check-In bekamen wir einen Zettel mit der Aufschrift „Pet in car“, welchen wir gut sichtbar hinter die Frontscheibe legen mussten. Wir wissen nicht genau, wozu dieses Stück Papier diente. Bei der Einweisung an Board wurden wir dann auf ein halb offenes Deck geführt. Wahrscheinlich aufgrund dieser für das Personal sichtbaren Information. Auf dem offenen Deck wurde es schon ziemlich warm aber nicht problematisch. Es ist zu vermuten, dass es in anderen komplett geschlossenen Bereichen noch viel wärmer wird, was für ein Tier natürlich problematisch werden kann. Zusätzlich stellten wir Mogli eine große Schale mit Wasser hin, wobei er diese wohl nicht benötigt hätte. Die Fenster öffneten wir einen Spalt breit damit die Luft zirkulieren konnte.

Alles in allem verlief die Überfahrt für Mogli ganz ruhig und angenehm. Als wir wieder zum Mowag zurückkehrten, blickte er uns komplett verschlafen an und machte absolut keinen gestressten oder verängstigten Eindruck. Wir müssen aber auch erwähnen, dass Mogli in der Regel keine Trennungsängste oder ähnliches zeigt, wenn er mal alleine im Fahrzeug warten muss. Manchmal gibt er noch einen Laut von sich, wenn wir den Van verlassen, aber das war es dann auch schon. Ebenso ist er sich Schiffsfahrten gewohnt.

Auf der Fähre in der Nacht

Glücklicherweise entschieden wir uns eine der Verbindungen in der Nacht zu nehmen. Hauptgrund waren hauptsächlich die Kosten. Der Unterschied zwischen einer Nachtverbindung zu anderen Zeiten kann schonmal über 100 Euro bedeuten. Wenn man dann noch eine Kabine oder Loge dazu bucht, wird es noch teurer. Doch nicht nur aus Kostengründen würden wir uns jeder Zeit wieder für eine Überfahrt in der Nacht entscheiden.

Erstens muss man, wenn man keine Kabine bucht, die Stunden wohl oder übel irgendwo im Picknick, Bar oder Kaffeebereich verbringen. Wir können uns gut vorstellen, dass es da zu den Hauptzeiten echt voll und laut sein kann. Wir befanden uns mitten in der Nacht auf dem Schiff und schon da war einiges los. Das obwohl die Fahrzeugdecks nicht wirklich voll waren. Wir verbrachten die meiste Zeit im Kaffee und arbeiteten fleissig an unseren Projekten. Zum Glück schienen die meisten Personen ziemlich müde zu sein und haben geschlafen. Im Grossen und Ganzen war es also auch ziemlich leise in diesem Bereich.

Das zweite, viel bessere Argument war die Aussicht, die wir beim Ablegen und vor allem beim Anlegen in Göteborg genießen durften. Die Fähre fuhr einige Kilometer dem Ufer dieser riesigen Stadt entlang. Auf unserer Reise sind wir definitiv nicht auf der Suche nach der Grossstadt Erfahrung, aber die beleuchtete Skyline vom Wasser aus zu sehen war echt phänomenal! Diese Erfahrung stellte sich als Highlight heraus und wir können die Überfahrt bei Nacht wirklich jedem empfehlen.

Um und in Göteborg gibt es glücklicherweise einige Möglichkeiten, wo man die verbleibende Nacht mit seinem Fahrzeug stehen kann. Da wir keine Lust hatten, den Morgen in der Stadt zu verbringen, fuhren wir noch ein Stück aus der Stadt raus. Ausserhalb findet man problemlos Plätze zum Freistehen. Wir waren also nochmals ca. 20 bis 30 Minuten unterwegs bis, wir uns dann müde aber zufrieden in unser Bett legten.

Alles in allem hatten wir also eine wirklich angenehme und schöne Fahrt auf diesem riesigen Schiff! Hast du andere Erfahrungen mit der Fähre nach Schweden gemacht? Oder kannst uns berichten, wie es ist während dem Tag die Überfahrt anzutreten? Dann würde wir uns riesig über einen Kommentar deiner Erfahrungen freuen 🙂 Natürlich sind auch Fragen und Anmerkungen immer herzlich willkommen!