Auf den gemeinsamen Reisen durch die Welt versuchen wir soweit wie möglich auf Campingplätze zu verzichten. Dabei werden wir in jedem Land mit neuen Gesetzen und Regelungen konfrontiert. In Dänemark soll das Übernachten im Fahrzeug verboten sein. So die gängige Meinung im Internet. Nichts desto trotz sind wir (mit einer Ausnahme) ohne Campingplätze zu besuchen, hoch bis in den Norden des Landes gereist. Wie wir dieses Land als Freisteher erlebt haben, erfährst du heute in diesem Beitrag.

Als wir die Grenze zu Dänemark überquerten, wussten wir nicht genau, wie es mit dem Freistehen in diesem Land aussieht. Häufig liest man im Internet, dass es verboten sei im Fahrzeug zu übernachten. Grundlagen auf welche diese Aussagen basieren, konnte ich bis dahin aber keine finden. Wir entschieden uns das Risiko einzugehen und  im Van zu nächtigen. Wir würden schon sehen, wie die Reaktion der Bevölkerung oder der Polizei auf dieses Verhalten aussieht.

Drei Wochen ohne Campingplatz

Bis wir in Frederikshavn die Fähre nach Schweden erreichten, verbrachten wir etwa drei Wochen in Dänemark. Vom Süden bis hoch in den Norden durchquerten wir dieses friedliche Land. Auf Campingplätze verzichteten wir fast gänzlich und besuchten nur eine Nacht zusammen mit den Rumpeltours in Rømø einen Camping Platz. Mehr dazu findest du hier.

Fast überall fanden wir traumhaft schöne Plätze für die Nacht. Sehr oft konnten wir nur wenige Meter vom Meer entfernt parken und eindrückliche Sonnenuntergänge genießen und dabei Ebbe und Flut beobachten. Nicht ein einziges Mal wurden wir weggeschickt, gebüsst oder komisch angemacht. Auch die lokale Bevölkerung, welche oft an unserem Mowag vorbei kam, schien kein Problem mit unserem Verhalten zu haben. Dazu sei gesagt, wir sind sehr zurückhaltenden Freisteher. Wir packen keine Stühle oder Tische aus, stellen kein Vorzelt auf und verlassen die Plätze sauberer als zuvor.

Unsere Erfahrungen wollten einfach nicht mit dem im Internet gelesenen, übereinstimmen. Aus diesem Grund recherchierte ich nun erneut, den ich wollte es genauer wissen. Irgendwo müsste doch eine verlässliche Antwort zu finden sein. Doch Gesetze zu lesen und verstehen ist schon im eigenen Land keine einfache Angelegenheit. In einem fremden Land in einer anderen Sprache ist es noch viel komplizierter. Stundenlang wälzte ich dänische Websites mit Hilfe von Übersetzungstools. Eine zu 100% verlässliche Antwort kann ich aber auch nach einigen Stunden Recherche nicht geben. Doch ich denke die folgenden Argumente machen durchaus Sinn.

Freicampen – kein Problem!

Aus dem Gelesenen und Erfahrenen würde ich behaupten, dass Übernachten im Fahrzeug in Dänemark absolut kein Problem ist! Einerseits konnte ich auf keiner dänischen Behörden Website ein Verbot finden, welches das Freicampen unter Strafe stellen würde. Grosse Teile der dänischen Gesetze wurden durch offizielle Stellen ins Englische übersetzt und auch da konnte ich nichts in diese Richtung finden. Zudem bin ich während meiner Recherche auf diese Website gestossen. Wenn ich das alles richtig verstehe, wurde da sogar bei der Polizei nachgefragt und selbst da war kein Verbot bekannt.

Was mir generell aufgefallen ist: Fast nur auf deutschsprachigen Websites ist die Rede davon, dass übernachten im Auto verboten sei. Auf englischen Websites, Foren, Blogs oder dergleichen ist praktisch nie die Rede von solch einem Verbot. Für mich sieht es so aus, als hätte jemand diese Information irgendwo in Deutsch veröffentlicht und diese verbreitete sich dann erfolgreich durch das Internet.

Zudem scheinen die Dänen generell kein Problem mit „wilden“ Campern zu haben. Im ganzen Land findet man an den schönsten Ecken Naturlagerplätze und kleine Holzhäuschen, die dazu gedacht sind darin (nur für eine Nacht) zu übernachten. Meist hat es auch eine Feuerstelle und Abfalleimer in der Nähe. Wir haben selbst erlebt wie eine Familie nur mit einem Schlafsack in so einem Unterstand übernachtete. Diese Naturlagerplätze sind grundsätzlich nur für nicht motorisierte Camper gedacht. Mit einem Fahrzeug sollte man sich da also nicht hinstellen. Teilweise muss man, so steht es mindestens im Internet, auch eine Gebühr für diese Plätze bezahlen.

Auch nach dem Gespräch mit zahlreichen Reisenden, welche durch Dänemark gefahren sind, fand ich keinerlei negative Erfahrungen bezüglich freistehen in Dänemark. Ich fand niemanden, der gebüsst wurde, weil er ausserhalb eines Campingplatzes übernachtete. Natürlich sollte man sich immer an lokale Beschilderungen und Verbote halten. Bei angemessenem Verhalten scheint es aber wirklich absolut kein Problem zu sein!

Du warst in Dänemark und hast gute, schlechte oder einfach andere Erfahrungen beim Freicampen gemacht? Dann erzähl uns doch deine Geschichte in einem Kommentar 🙂