Bereits in Dänemark suchten wir nach einer DJI Mavic Air Drohne. Leider blieben wir erfolglos und alle Geschäfte waren ausverkauft. In Schweden machten wir uns erneut auf die Suche. Endlich stand das Glück auf unserer Seite und wir sind nun stolze Besitzer einer solchen Drohne. Und das Beste: Bei der Ausreise aus Schweden bekamen wir 25% Mehrwertsteuer zurück! Wie auch du diesen Steuertrick anwenden kannst, erfährst du hier.

Drohnen, Kameras, Computer oder ein Smartphone, alles sehr kostspielige Anschaffungen. Ein Vorteil als Reisender ist, dass du diese Dinge da kaufen kannst, wo die Preise am günstigsten sind. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass viele Länder bei der Ausreise die Mehrwertsteuer auf Einkäufe jeglicher Art zurück erstatten! In Schweden macht diese Steuer mit 25% einen beträchtlichen Teil des Gesamtbetrages aus. Bei Einkäufen, die mehrere hundert Euro betragen, ist dieser kleine Aufwand definitiv die Mühe wert.

Die Vorgehensweise

Beim Einkaufen gibt es gar nicht so viel zu beachten. Grundsätzlich ist es möglich, in jedem Geschäft in Schweden an der Kasse, das „Tax Free“-Formular anzufordern. Die Angestellten wissen dann meistens gleich, was du von ihnen brauchst und stellen dir dieses Formular aus. Dazu benötigen sie teilweise deine Personalien. Manchmal lassen sie das Feld auch leer und du musst dieses später am Zoll selbst noch ausfüllen. Trotzdem kann es sein, dass du auf Verkaufsstellen triffst, die diese Vorgehensweise nicht kennen und dieses Stück Papier nicht ausstellen wollen oder können. In diesem Fall lohnt es sich in der Regel auch nicht zu diskutieren. Wir kauften die Drohne in einer WEBHALLEN Filiale (Das ist sozusagen die schwedische Version von Digitec in der Schweiz) in Göteborg. Das Ausstellen dieses Formulars war eine kurze Sache von fünf Minuten und hat wunderbar funktioniert. In einem anderen Geschäft, welches wir später noch besuchten, kannte man diese Vorgehensweise allerdings nicht. Es lohnt sich also zuerst zu fragen, in wie fern die Möglichkeit besteht, dieses Formular ausstellen zu lassen. Ebenfalls wichtig ist, dass du die Quittung des Kaufes aufbewahrst.

Ein weiteres kleines, aber grundsätzlich wichtiges Detail: Was auch immer du ausführen möchtest, es sollte noch originalverpackt und ungebraucht sein. Bei Kleidung zum Beispiel, welche nicht verpackt war, ist es ratsam, diese vorab nicht zu tragen, bis du damit am Zoll warst. Grundsätzlich wird das nicht sehr oft kontrolliert. Aber du musst damit rechnen, dass die Zollbeamten die Waren sehen möchten. Sind sie dann schon ausgepackt, können sie die Rückerstattung der Steuer verweigern. Wir hätten die Drohne wirklich gerne schon in Schweden genutzt, doch das Risiko die 25% nicht zurück zu bekommen, war es uns einfach nicht wert. Kontrolliert wurde die Drohne am Zoll jedoch nicht 😉

Die Vorgehensweise am Zoll ist je nach Fortbewegungsmittel ein wenig unterschiedlich. Grundsätzlich suchst du in jedem Fall an der Grenze ein Zollbüro auf. Reist du mit dem Auto aus Schweden aus, triffst du an der Grenze auf eine rot und eine grün markierte Verkehrsspur. Für alle Zollangelegenheiten wechselst du auf die rote Spur, wo du dann auch das Zollbüro findest. Zusammen mit der Quittung, dem Tax-Free-Formular und deinem Pass, begibst du dich in das Zollbüro. Dort werden alle Dokumente kontrolliert und eventuell noch vervollständigt (z.B. Personalien). Auch dieser Schritt ging bei uns nur einige wenige Minuten. Nachdem der Beamte die Dokumente kontrolliert und abgestempelt hat, schickte er uns zu einem „Global Blue“ Büro, welches sich an der nächsten Autobahn Ausfahrt befindet.

Dieses Büro zu finden, stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Von aussen war es mit „Turistkontor“ und einem riesigen „i“ angeschrieben. Erst von nahem sahen wir eine kleine Tafel vor dem Gebäude mit dem „Global Blue“ Logo. Das ganze war eine Kombination aus Touristeninformation, Kaffee und Taxfree-Geschäft. Darin mussten wir die Quittung, das Tax-Free-Formular, sowie den Pass und eine Kreditkarte vorzeigen. Alle nötigen Informationen wurden am Computer in ein System eingetragen. Hast du alle Dokumente dabei, dauert das ganze auch wieder nur wenige Minuten.

Die Mehrwertsteuer bekommst du nicht bar ausgezahlt, sondern wird dir auf deine Kreditkarte gutgeschrieben. Nachdem alles im System eingetragen wurde, dauert die Überweisung von wenigen Tagen bis zu zwei oder drei Wochen. Das hängt davon ab, wie viele Aufträge gerade im System darauf warten, abgearbeitet zu werden. In unserem Fall hat es ca. 2 Wochen gedauert. Schlussendlich funktionierte alles wunderbar.

Was hat uns die Drohne nun wirklich gekostet?

Wir haben die DJI Mavic Air im Fly-More Bundle zusammen mit einer SD Karte gekauft. Alles zusammen betrug 10539 Norwegische Kronen. Wir bezahlten mit der Kreditkarte und abgebucht wurden 1210.62 Schweizer Franken, das sind rund 1070 Euro. Auf unsere Kreditkarte zurück gebucht wurden 315.38 CHF (ca. 280 Euro). Zum Schluss zahlten wir für die neue Drohne samt SD Card also 895.24 Schweizer Franken (ca. 795 Euro). Zum Vergleich: Die gleiche Drohne mit der gleichen SD Karte hätte uns in der Schweiz 1078 CHF gekostet. Somit haben wir gegenüber der Schweiz fast 200 CHF gespart.

Ein interessantes Detail: Die Rückerstattung auf die Kreditkarte wurde in zwei Buchungen (je 157.69 CHF) mit einem Abstand von etwa zehn Tagen durchgeführt. Nach ca. zwei Wochen (15 Tage) bekamen wir die kompletten 25% zurück.

Einen kleinen Haken hat das Ganze dennoch. Bei der Einfuhr in das Heimatland wird von dir verlangt, die Drohne zu verzollen und die gesetzliche Mehrwertsteuer darauf zu bezahlen (in der Schweiz 7.7%). Ohne einen Wohnsitz (wie in unserem Fall), gibt es aber auch kein Land, in dem wir diese Mehrwertsteuer begleichen müssten. Eine fundierte rechtlich korrekte Auskunft, wie es in diesem Fall ist, konnte uns bis jetzt aber noch niemand geben, da wir doch eher die Ausnahme sind. Alles in allem lohnt sich die Rückerstattung der Mehrwertsteuer, ob mit oder ohne Wohnsitz in jedem Fall 🙂