Um den Alltag, so abfallarm wie möglich zu gestalten, ließen wir in den letzten drei Jahre einige Gegenstände aus unserem Alltag weg oder ersetzten sie durch nachhaltige Alternativen. Als Frau begann ich mich ebenfalls zu fragen, ob es keine Alternativen zu den herkömmlichen Menstruations Produkte gibt. Und ich fand tatsächlich eine passende Lösung für mich: Die Menstruationstasse!

Was ist das?

Wie der Name schon verrät, handelt es sich um eine Art Tasse. Diese führst du ähnlich wie einen Tampon, in die Vagina ein und platzierst diese im vorderen Teil. Die Tasse bildet ein Vakuum und sitzt somit perfekt. Sie fängt das auslaufende Blut auf und bewahrt dich vor unangenehmen Zwischenfällen. Die Tasse wird zwei-drei mal am Tag entleert und regelmässig gereinigt. Du kannst damit schwimmen gehen, reiten oder sonstige Aktivitäten ausführen und sorgenlos durch deine Tage gehen.

Anwendung

Die Tasse kann wie ein Tampon in die Vagina eingeführt werden. Anfangs bedarf das ein bisschen Übung, doch mit der Zeit geht das Einführen genau so schnell, wie mit einem Tampon.

Ich persönlich habe für mich eine Faltmethode entdeckt: Dabei falte ich die Tasse einmal in der Mitte und führe sie anschliessend in die Vagina ein. Dort entfaltet sie sich und platziert sich perfekt. Du kannst sie auch wie ein ‚S‘ falten und es auf diese Weise versuchen. Da es verschiedene Tassen gibt, ist die Technik sehr individuell. Ich rate dir bereits vor deiner Periode, das Einführen auszuprobieren, um nicht gleich bei der ersten blutigen Anwendung die Nerven zu verlieren. Mehr zu den verschiedenen Falttechniken findest du hier. Fühlt sich die Tasse voll an (ähnlich wie ein vollgesogener Tampons), ziehst du sie am vorstehenden Ende heraus. Je nach Tassentyp kann das eine Lasche oder ein länglicher Nippel sein. Danach entleerst du diese und reinigst sie vor dem erneuten Einführen. Sitzt die Tasse etwas tief drin, rate ich dir deine Beckenbodenmuskulatur einzusetzen: durch ein leichtes Pressen rutscht die Tasse nach Vorne und du kannst sie mühelos entfernen. Gelingt dir dies immer noch nicht, versuche das Vakuum der Tasse zu lösen, indem du mit deinem Finger den Tassenrand in die Mitte drückst. Durch die Löcher am oberen Tassenrand strömt Luft hinein und das Vakuum hebt sich auf: Nun kannst du die Tasse noch einfacher entfernen.

Reinigung

Wie schon erwähnt, ist es wichtig die Tasse einmal täglich gründlich zu reinigen. Ich habe mir angewöhnt, tagsüber die Tasse nach dem Entleeren mit Wasser auszuspülen. Einmal täglich, reinige ich die Tasse, indem ich sie in kochend heissem Wasser fünf bis zehn Minuten auskoche. Da Silikon besonders hitzeresistent ist, kannst du diese während das Wasser kocht im Kochtopf desinfizieren. Anfangs ist dieser Vorgang etwas gewöhnungsbedürftig, da du das Hygieneprodukt nicht einfach in den Müll wirfst. Mit der Zeit gehört das dazu und wird zur Routine. Nach der Periode koche ich die Tasse etwas länger aus (ca.15-20 min) und wiederhole das bei Beginn der einsetzenden Regel erneut.

Vorteile

  • Der größte Vorteil für mich besteht darin, dass ich keine anderen Hygieneprodukte mehr benötige. Dadurch spare ich mir sehr hohe Kosten. Eine durchschnittliche Frau benötigt 11.000 Binden oder Tampons in ihrem Leben. Auf die menstruierende Zeit einer Frau hochgerechnet, sind das einige Euros, die du dabei sparst.
  • Zudem umgehe ich mit der Tasse jeglichen Müll. Auch dieser ist nicht zu unterschätzen. Jede Frau, weiss von was ich rede und kennt die Mengen an Abfall, die da einmal im Monat entsteht.
  • Durch Verwendung einer Menstruationstasse trocknet deine Scheide nicht aus und lässt sich dadurch auch an schwachen Tagen problemlos benutzen.
  • Die Anwendung einer Tasse ist komplett geruchsfrei. Da kein Sauerstoff zum aufgefangen Blut gelang, werden alle Gerüche minimiert. Es bleibt sehr hygienisch und antibakteriell in deinem Höschen 😉 .
  • Die Tasse kann mehr Blut aufnehmen, als eine herkömmliche Binde oder ein Tampon.
  • Wusstest du, dass die meisten weiblichen Hygieneprodukte gebleicht sind? Diese gebleichten Dinger führst du ein und lässt sie dort über Stunden in deinem Körper. Zudem sind die Fasern von Tampons, welche sich in deiner Vagina absetzen können, nicht zu unterschätzen. Durch die Tasse umgehst du sämtliche giftige und chemische Stoffe.
  • Es gibt Frauen, welche davon berichten, weniger Regelschmerzen zu haben, seit sie eine Tasse benutzen. Aus eigener Erfahrung kann ich davon leider nicht berichten, da ich nie über große Schmerzen während der Periode litt. Doch einen Versuch ist es wert 😉

Nachteile

  • Der Einkaufspreis ist nicht wirklich ein Nachteil, trotzdem möchte ich erwähnen, dass die Anschaffung einer Tasse gerne zwischen 15-30 Euro beträgt. Dieser hohe Preis relativiert sich allerdings wieder, weil du durch die Benutzung jegliche andere Hygieneartikel, wie Tampons und Co. nicht mehr benötigst 😉
  • Der einzige Nachteil, den man vielleicht erwähnen könnte, ist der Mehraufwand. Anstatt die Hygieneprodukte wegzuschmeissen, musst du deine Tasse reinigen. Für mich gehört die Reinigung mittlerweile dazu und funktioniert auch in einem Leben auf Achsen 😉 Deshalb empfinde ich diesen Punkt nicht als Nachteil, sondern als Teil der monatlichen Regel.
  • Wichtig: Reinige deine Tasse regelmässig! Auch bei der Menstrutationstasse besteht das Risiko an TSS zu erkranken. Deshalb ist es wichtig, die Tasse mit sauberen Händen zu verwenden und regelmässig zu säubern und auszukochen.

Materialen

Die Tasse, welche ich benutze, besteht aus medizinischem Silikon. Obwohl Silikon ebenfalls zu den Kunststoffen gehört, benutze ich diese Tasse und finde sie eine geeignete Alternative. Die Lebensdauer beträgt laut Hersteller 10 Jahre und ist somit für mich völlig legitim und eine nachhaltige Lösung.

Zudem gibt es Tassen, welche aus Latex oder natürlichem Kautschuk bestehen. Die Tassen aus Kautschuk gab es leider noch nicht, als ich mir die Tasse gekauft habe und wäre ein kunststofffreie Alternative. Wichtig bei jedem Kauf: Achte auf die Materialen und greife auf einen bewährten Hersteller zurück!

Hersteller

Mittlerweile gibt es zahlreiche Hersteller von Menstruationstassen. Die passende zu finden ist nicht für jede Frau gleich einfach. Ich habe bereits beim ersten Kauf eine für mich geeignete gefunden und war zufrieden damit. Allerdings weiss ich von Frauen, welche sich durch verschiedene Modelle durchprobiert haben, bis sie die Passende für sich fanden.

Die Tassen unterscheiden sich nicht nur in der Form und in der Länge des ‚Herausziehers‘, sondern auch in der Größe. Ob du bereits entbunden hast oder nicht, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ich empfehle dir vor dem Kauf, in einem Geschäft vorab beraten zu lassen oder dich in dieser Facebook Gruppe mit den anderen Mädels auszutauschen. Zusätzlich gibt es eine Gruppe auf Facebook, in der du deine nicht passende Tasse verkaufen kannst. Einmal ausgekocht, ist diese wieder wie neu und beschert vielleicht einer andere Frau, umso mehr Freude 😉 Mehr dazu hier.

Ich möchte eine Menstruationstasse kaufen

Mittlerweile gibt es diese Tassen in vielen Geschäften zu erwerben. Wie immer, verweise ich gerne auf die Unverpackt-Läden, in deiner Gegend. Dort gelten Mens-Tassen als ‚Zerowaste’Alternative zu Binde, Tampon und Co. Ebenfalls findest du die Tassen in Drogerien, Apotheken oder in Biomärkten. Von einem Onlinekauf rate ich generell ab. Es lohnt sich, die Tasse vor Ort anzuschauen und bereits während dem Kauf ein Gefühl dafür zu entwicklen.

Fazit

Ich nutze die Tasse schon eine lange Zeit und würde nicht mehr auf herkömmliche Produkte wie Tampons oder Binden zurückgreifen wollen. Nicht nur dass ich Unmengen an Geld dafür ausgegeben habe, sondern nun Berge von Müll dadurch einspare. Ich finde die Tassen eine nachhaltige und müllreduzierende Alternative und empfehle sie sehr gerne weiter.
Allerdings nutze ich die Tasse nur noch während den starken Tagen oder zum Schwimmen und beschäftige mich seit geraumer Zeit mit der ‚freien Menstruation‘. Doch dazu erzähle ich dir mehr in einem anderen Artikel 😉