Mit dem eigenen Haustier auf Reisen zu sein, bedeutet Verantwortung für alle zu tragen. Damit alle eine angenehme Reise verbringen können, solltest du einige Punkte beachten und bestimmte Vorbereitungen vor der Abreise treffen. In diesem Beitrag haben wir für dich die wichtigsten Punkte für die Reise in der EU zusammengefasst.

Die folgenden Punkte gehören zu den Voraussetzungen, um problemlos durch die EU zu reisen:

Heimtierausweis

Für jeden Hund, den du auf deiner Reise mit dir führst, benötigst du seit 2004 einen Heimtierausweis. In diesem sind die Daten deines Vierbeiners hinterlegt, wie z.Bsp. Name, Rasse, Chipnummer, Geburtsdatum, etc. Zusätzlich sind alle Impfungen in diesem Dokument festgehalten, was eine Einreise vereinfacht. Der Heimtierausweis der Schweiz ist Rot. Es gibt ihn aber auch in Gelb oder Blau.

Nochmals zusammengefasst:

  • Der Heimtierausweis ist unabdingbar bei einer Reise durch die EU
  • Darin sind alle wichtige Daten über deinen Hund erfasst

Der rote Heimtierausweis ist das Schweizer Equivalent zum blauen EU-Heimtierausweis. Früher wurde in der Schweiz der gelbe „internationale Impfpass“ ausgestellt, welcher heute aber kaum noch Bedeutung genießt.

Mikrochip

Zur Identifizierung von Tieren und dessen Halter werden seit einigen Jahren RFID Mikrochips unter die Haut der Vierbeiner implantiert. Mit einer Spritze werden die winzigen Chips oberhalb der linken Schulter eingesetzt. Dank einer speziellen gewebefreundlichen Hülle bleiben diese Helfer ein ganzes Leben an Ort und Stelle, da sie mit dem Gewebe des Tieres verwachsen können. Auf dem Chip ist ein 15-stelliger Code gespeichert, der mit einem speziellen Lesegerät ausgelesen werden kann. In nationalen Registern können dann die wichtigsten Informationen zu einem Tier nachgeschlagen werden.

In der Regel wird dieser Chip von einem Tierarzt eingesetzt. In der Schweiz geschieht dies bereits im Welpenalter und du musst dich meist nach dem Kauf nicht mehr darum kümmern. Möchtest du einen Strassenhund aufnehmen, liegt es in deiner Verantwortung dies bei einem Tierarzt durchführen zu lassen.

Die Nummer des Chips findest du ebenfalls im Heimtierausweis. Der Chip kann bei einer Kontrolle einfach gescannt werden und hilft bei der Identifizierung deines Haustieres. Die Nummer des Chips und die eingetragene Nummer im Heimtierausweis müssen übereinstimmen, um problemlos einreisen zu können.

Bis zum 03.07.2001 konntest du dein Haustier mittels einer gut sichtbaren Tätowierung ebenfalls kennzeichnen. Heute ist dies nicht mehr möglich.

Nochmals zusammengefasst:

  • Dein Hund braucht einen RFID Mikrochip um durch die EU zu reisen
  • Der Chip muss von einem Tierarzt eingesetzt werden
  • Die Nummer des Chips und die des Heimtierausweises müssen übereinstimmen

Tollwutimpfung

Für die Einreise in die EU ist eine Tollwutimpfung nötig. Das gilt auch, wenn man von einem EU-Land in ein anderes reist. Die Impfung muss mindestens 21 Tage vor dem Grenzübertritt erfolgt sein und der Hund muss mindestens 12 Wochen alt sein. Die 21-tägige Wartefrist entfällt bei jährlich nachgeimpften Tieren. Gültig ist die Impfung so lange, wie vom Impfstoff-Hersteller angegeben, falls das Ablaufdatum vom Tierarzt im Heimtierausweis eingetragen wurde. Ist dieses Datum nicht vermerkt, verliert die Impfung ihre Gültigkeit nach einem Jahr.

Nochmals zusammengefasst:

  • Bei der ersten Impfung muss dein Hund mindesten 12 Wochen alt sein. Diese Impfung erfolgt bei einem entsprechenden Tierarzt
  • Nach der Impfung müssen 21 Tage vor der grenzüberschreitenden Reise abgewartet werden: Außer das Tier wird jährlich gegen Tollwut geimpft. Bei Welpen, welche das erste Mal geimpft wurden, gilt generell die 21 tägige Wartefrist
  • Die Tollwutimpfung wird mit entsprechendem Wirkungsdatum im Heimtierausweis eingetragen. Ist dies nicht der Fall, verliert sie die Gültigkeit nach einem Jahr

Die Tollwut Impfung kann auch länger als ein Jahr gültig sein. Bei Mogli muss sie erst nach drei Jahren wieder aufgefrischt werden

Wichtige Tipps

Die folgenden Tipps sind nicht für jedes Land in der EU notwendig, um mit dem Hund einreisen zu können. Dennoch lohnt es sich diese Behandlungen durchzuführen oder sich mindestens darüber zu informieren.

Tollwuttiter Nachweis

Der Tollwuttiter Nachweiseine ist eine Bestätigung des Impferfolges durch den Nachweis von Antikörpern gegen das Tollwut-Virus. Insbesondere für Drittländer und zum Beispiel Grossbritannien ist der Nachweis einer Tollwuttiter Bestimmung von Vorteil und zum Teil auch notwendig, um problemlos in das jeweilige Land einzureisen.

Diese Bestimmung kann bei einem Tierarzt durchgeführt werden. 30 Tage nach der Tollwutimpfung entnimmt dieser deinem Hund Blut, welches danach in einem Institut auf Antikörper getestet wird. Sind diese in der notwendigen Anzahl vorhanden, stellt dir die Prüfstelle ein Zertifikat aus, dass dir bescheinigt, dass dein Hund die notwendigen Antikörper in seinem Blut aufweist. Ist dies nicht der Fall muss die Impfung erneut durchgeführt werden.

Mittelmeerkrankheiten

Rund um das Mittelmeer gibt es einige Krankheiten, welche deinem Hund gefährlich werden könnten. Sehr oft werden diese durch Parasiten wie Zecken übertragen. Zu diesen zählen unter anderem Babesiose, Borreliose, Ehrlichiose, Dirofilariose, FSME oder Leishmaniose. Um diese zu umgehen, lohnt es sich die notwendigen Vorabmassnahmen genau zu studieren und sich darüber zu informieren. Wir haben uns lange mit dem heimischen Tierarzt unterhalten und uns entschieden Mogli gegen diese Krankheiten vorzubereiten. Obwohl wir ansonsten chemische Produkte weitgehend meiden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung viel größer, als dass er unter den Nebenwirkungen der Medikamente leiden könnte. Deshalb schützen wir ihn so gut wie möglich mit einem Scalibor Halsband.

In der Schweiz sind diese Halsbänder sehr hochpreisig. In Frankreich haben wir entdeckt, dass die gleichen Halsbänder halb so viel kosten 😉 Diese Halsbäder gibt es für kleine, mittlere und große Hunde und schützen ca. 6 Monate vor krankheitsauslösenden Viechern. Dennoch bieten diese Halsbänder keine Garantie und es ist wichtig, dass du die möglichen Anzeichen einer Erkrankung richtig deutest und deinen Hund bei einer allfälligen Erkrankung sofort zu einem Tierarzt bringst.

Unser wöchentlicher Newsletter

Du möchtest immer einen Schritt voraus sein und mehr erfahren? Dann abonniere den Newsletter und erfahre die aktuellsten Geschichten! Wir erzählen dir aus dem gemeinsamen Alltag in unserem Van, noch bevor wir es auf dem Blog veröffentlichen!

Bandwurmbehandlung

Für gewisse Länder benötigst du zur Einreise eine Bandwurmbehandlung. Norwegen ist zum Beispiel eines dieser Länder. Vor der Einreise muss der Hund eine Behandlung gegen Bandwürmer durchlaufen. Dies kann beim heimischen Tierarzt geschehen oder in einem Land der Durchreise. Wichtig ist, die Bandwurmbehandlugn innerhalb der vorgegebenen Frist durchzuführen und dies im Heimtierausweis mit Datum und Uhrzeit zu vermerken. Das Medikament kann direkt beim Tierarzt bezogen oder mitgeführt werden. Die Einnahme des Medikaments darf allerdings nur von einem Tierarzt vorgenommen werden.

Damit wir mit Mogli in Norwegen einreisen konnten, mussten wir mit ihm in Schweden eine Bandwurmbehandlung durchlaufen. Diese haben wir vier Tage vor der Einreise kurz vor der Grenze gemacht.

Einreise in nicht EU-Länder

Wie bereits oben erwähnt ist es nicht nur bei der Einreise in Drittländer wichtig, dich vorab über die Einreisebestimmungen zu informieren und die nötigen Massnahmen zu treffen. Nicht nur Grossbritannien verlangt ein Gesundheitszeugnis des Tieres, welches von einem Amtstierarzt ausgestellt werden muss. Das Zeugnis ist zehn Tage gültig d.h die Einreise muss spätestens zehn Tage nach der Ausstellung des Zeugnisses erfolgen. Auch andere Drittländer haben bestimmte Einreisebestimmungen. Zusätzlich empfehlen wir dir vor JEDER Einreise in ein neues Land, dich grundlegend zu informieren. Zum Teil müssen nicht nur die EU Einreisebestimmungen erfüllt werden, sondern es gelten noch zusätzlich Massnahmen.

Mehr dazu findest du bei dieser äußerst informativen Webseite von Pets on Tour oder der dazugehörigen App.

Ebenfalls geben dir die Botschaften des zu bereisenden Landes hilfreiche Informationen.

Einreise bestimmter Hunderassen

Leider kannst du nicht jeden Hund mit auf Reisen nehmen. Gewisse Länder verbieten Rassen, welche gelistet sind. Dazu gehören oftmals Kampfhunderassen. Auch wenn wir diese Regelung und Vereinheitlichung nicht teilen, ist es wichtig darauf hinzuweisen. Länder wie Frankreich haben da strikte Regeln, welche es verhindern einige Hunde-Rassen über die Landesgrenze mitzunehmen. Mehr Informationen bekommst du bei der Botschaft oder dem Zollamt der jeweiligen Ländern.

Wiedereinreise in die EU

Bei der Einreise in die EU wird unterschieden, ob man aus einem EU-Land in die EU einreist oder aus einem Nicht-EU Land in die EU einreist. Je nachdem was der Fall ist, sind verschiedene Vorbereitungen zu treffen. Deshalb haben wir uns lange informiert und sind auf folgenden Grundsatz gestossen:

Nach einigen Recherchen und Gespräche mit dem Tierarzt, fanden wir heraus, dass die Einreise grundsätzlich kein Problem ist. Wichtig ist, dass der Hund beim Zeitpunkt der Ausreise eine gültige Tollwut Impfung und einen Tollwuttitter-Nachweis besitzt und vor dem Ablauf des Impfstoffes, zurück in die EU einreist. Zu beachten ist die Einreise vor dem Ablaufdatum, welches im Heimtierausweis vermerkt ist, anzugehen. Wenn dies beachtet wird, ist die Rückkehr in die EU kein Problem.

Fazit

Eine Reise durch die EU ist mit dem eigenen Hund kein Problem. Jedoch ist es ratsam, sich vorab zu informieren und auf den Vierbeiner Rücksicht zu nehmen. Die Reiseroute sollte ALLEN Reisenden angepasst werden. Zudem darfst du die Temperaturen in den verschiedenen Ländern nicht unterschätzen und auf deinen pfotigen Freund Rücksicht nehmen. So wird jede Reise ein Vergnügen.

Wichtig: Da sich Gesetze ändern können, raten wir auch hier, sich vor einer längeren Reise nochmals beim zu bereisenden Land und dessen Botschaft vorab zu informieren.