Unser Mowag Van bietet bezüglich Offroad fahren so einige Möglichkeiten. Mit zuschaltbarem Allrad Antrieb, Untersetzung, Sperre an der Hinterachse und jede Menge Bodenfreiheit ist dieses Gefährt nicht so schnell zu stoppen. In Norwegen sind wir schon über einige abgelegene Pisten gefahren, doch hätten wir dafür überhaupt einen 4×4 benötigt?

Norwegen ist ein wunderschönes und weitläufiges Land. Wär es nicht abenteuerlich, die unglaublichen Landschaften Norwegens abseits der asphaltierten Strassen zu erkunden? Definitiv! Wenn immer möglich verlassen wir die Hauptstrasse und suchen uns einen weit abgelegenen Weg durch die bezaubernden Landschaften, die dieses Land zu bieten hat.

Darfst du in Norwegen überhaupt Offroad fahren?

Damit wir diese Frage beantworten können, müssen wir den Begriff  Offroad etwas genauer definieren. Für die einen beginnt es schon bei nicht asphaltierten Strassen und Wegen. Für die anderen muss es die unberührte Natur abseits von allen Pfaden sein, die du mit deinem Fahrzeug erkundest. Die hart eingesessen Offroad Freunde müssen wir leider enttäuschen. Wer das richtige Offroad Abenteuer sucht, ist hier leider im falschen Land. Einfach mal so abseits von Wegen und Strassen zu fahren, ist verboten und kann schnell teuer werden! Wer mit abgelegenen Schotterpisten zufrieden ist, für den könnte sich eine Reise durch die traumhaften Regionen im Norden Europas dennoch lohnen.

Der Slådalsvegen, eine unglaubliche Piste durch den Reinheim Nationalpark

Auf Schotterpisten durch Norwegen

Das Strassennetz von Norwegen ist gut ausgebaut. Ein riesiger Teil der Strassen ist asphaltiert und wäre auch mit einem tiefer gelegten Sportwagen problemlos zu befahren. Doch sie existieren noch, die alten Schotterpisten durch die norwegische atemberaubende Natur. Allerdings musst du diese wirklich suchen. Wen du dein Ziel einfach im Navi eingibst und die schnellst mögliche Route wählst, wirst du kaum noch auf unbefestigten Strassen unterwegs sein. Doch wenn du ein bisschen Zeit in die Suche der alten Strassen steckst, dann findest du immer wieder eine Piste abseits der viel befahrenen Hauptstrassen.

Diese Strecke durch die Hardangervidda bietet eine atemberaubende Aussicht, ist aber leider auch sehr gut besucht.

Wie findest du die Schotterpisten?

Wähle immer die kleinste und längste Strasse: Oftmals führen in Norwegen mehrere Strassen zum gewünschten Ziel. Wenn du dich konsequent für die kleinste, längste und kurvenreichste Strasse entscheidest, steigen deine Chancen ein kleines Abenteuer zu erleben.

Suche Strecken abseits der Touristen Hotspots: Die Strassen zu den gut besuchten Highlights, welche du in jedem Reiseführer findest, sind aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens meist gut ausgebaut. Es lohnt sich also, deine Strecke so zu planen, dass du die Highlights oftmals auslässt 😉 Norwegen ist wunderschön und eindrückliche Sehenswürdigkeiten gibt es auch abseits der Hotspots. Suche dir also deinen eigenen Weg und du findest dein persönliches Highlight.

Umfahre Tunnel und Brücken: In Norwegen gibt es unzählige Brücken und Tunnel. Diese sind sehr oft erst in den letzten Jahrzehnten entstanden. Bevor diese Bauwerke gebaut wurden, existierten bereits Routen, welche die entsprechenden Orte miteinander verbinden. Es lohnt sich also nach genau diesen alternativen Wegen zu suchen. Häufig bei Tunneln befinden sich noch die alten Schotterstrassen über oder um den Berg herum. Aber Achtung: Gerne triffst du bei solchen Strecken auf Fahrverbote, an welche du dich selbstredend halten solltest!

Nutze unterschiedliches Kartenmaterial: Es lohnt sich bei der Planung unterschiedliches Kartenmaterial zur Hilfe zu nehmen. Google Maps weiss vieles, aber längst nicht alles. Locus Map ist ein weitere Navigations-App, welches sehr gutes Kartenmaterial anbietet. Gedruckte Karten sind ein ebenso zuverlässiges Hilfsmittel. Umso genauer das Kartenmaterial, desto grösser ist die Chance, dass du kleine und abgelegene Strassen findest.

Dank 4×4 können wir meist sorglos bis direkt ans Wasser fahren und dort unseren Wassertank wieder auffüllen.

Benötige ich wirklich ein Allrad Antrieb?

Wir haben nun schon so einige Schotterpisten in Norwegen befahren. Ein Allrad Antrieb war auf diesen Pisten allerdings nicht von Notwendigkeit. Fast alle diese Strecken sind in einem sehr guten Zustand und wären mit so ziemlich jedem Fahrzeug befahrbar. Links und rechts an diesen Strassen findest du viele schöne Plätze zum Freistehen für die Nacht. Bei diesen Plätzen erweist sich mehr Bodenfreiheit durchaus vorteilhaft 😉 Wir waren nur einmal wirklich dankbar um den eigenen 4×4 Antrieb: Mitten in der Nacht mussten wir den ausgesuchten Platz im dichten Wald wegen eines aufziehenden Sturmes verlassen. Nachdem die ersten Äste von den Bäumen gefallen waren, entschieden wir uns weiter zu fahren. Aufgrund des starken Regens war der steile, rutschige und unebene Weg zurück auf die Strasse, kaum ohne Allrad Antrieb zu bewältigen. Vier angetriebene Räder vermitteln zusätzlich das Gefühl von Sicherheit, wenn du die Grenzen des Fahrzeuges ausloten möchtest. Im Großen und Ganzen kommst du während den schneefreien Monaten auch gut ohne 4×4 über die Pisten Norwegens.

Gute Reifen sind viel wert

Möchtest du ohne Allrad Antrieb die Routen in Norwegen erkunden, gibt es durchaus Möglichkeiten dein Fahrzeug zusätzlich darauf vorzubereiten, auch wenn es ’nur‘ über einen Heck- oder Vorderradantrieb verfügt. Was du an jedem Fahrzeug problemlos aufrüsten kannst, sind die Reifen. Diese sind bezüglich der Traktion auf losem Untergrund sehr entscheidend. Es ist durchaus möglich, dass ein Zweirad angetriebenes Fahrzeug mit guten All-Terrain Reifen das Hindernis problemlos meistert, welches ein Allrad Fahrzeug und Strassenbereifung nicht überwinden kann. Dazu kommt, dass viele All-Terrain Reifen deutlich mehr Kilometer durchhalten, als eine normale Strassengummierung. Der Aufpreis für gute Reifen kann sich auf langen Strecken also durchaus auszahlen.

Einer der ersten Plätze, die wir im Süden Norwegens am Rande einer Schotterpiste fanden. Dieser war so unglaublich schön, dass wir fast eine Woche stehen blieben.

Schlagbäume und Wegegeld

Sehr häufig trifft man vor den Schotterpisten Norwegens auf Schranken mit einem Automaten zum Bezahlen von Gebühren. Teilweise steht am Strassenrand auch nur eine kleine Holzhütte, in der du das Wegegeld bezahlst. Die Methoden zur Tilgung dieser Gebühren sehen ganz unterschiedlich aus: Kreditkarten werden beinahe immer angenommen. Auch die Barzahlung ist ab und an möglich. Teilweise gibt es auch die Möglichkeit per SMS den Wegzoll zu begleichen.

Generell versuchen wir Mautstrassen zu meiden. Vor einer abgelegenen Schotterpiste durch die grenzenlose norwegische Landschaft, bezahlen wir allerdings gerne eine kleine Gebühr. Beinahe alle dieser Strecken sind wirklich traumhaft schön und kaum befahren. Da findest du dann auch die eindrücklichsten Übernachtungsplätze. Es gilt zu beachten, dass du dafür teilweise einen Aufpreis bezahlen musst.

Die Regelungen sind häufig nur in norwegisch niedergeschrieben. Es lohnt sich, für diese Fälle eine Übersetzungsmöglichkeit auf dem Smartphone zu installieren.

Unser Fazit

Norwegen ist definitiv eine Reise wert! Abseits der Touristen Routen triffst du auf wunderschöne Pisten durch die Natur mit unzähligen abgelegenen Übernachtungsplätze. Fast überall findest du mit etwas Geduld und guter Routenplanung abgelegene Ecken, welche selten von anderen Menschen aufgesucht werden. Die Schotterpisten Norwegens bieten naturnahe und eindrückliche Erinnerungen, auch wenn sie nicht viel mit einem richtigen Offroad Abenteuer zu tun haben.