Nach einer ruhigen Nacht am Pålsbufjorden setzten wir unsere Reise fort. Das atemberaubende Panorama rund um den Stausee begleitete uns während dem Start in einen neuen Tag. Unsere weitere Reise in die Grossstadt Bergen, führte uns durch die traumhafte Hardangervidda.

Nach einer ruhigen Nacht in der Gebirgslandschaft frühstückten wir gemütlich und drehten noch eine kleine Runde mit unserem Vierbeiner bevor wie uns wieder auf den Weg begaben. Der Stausee führte zu dieser Zeit ganz schön wenig Wasser, kaum zu glauben, was man da alles auf dem Grund des Sees finden konnte. Uralte gesunkene Holzboote, Reifen und diverse Metallteil,e sowie unzählige Überreste von Bäumen, die hier früher einmal standen.

Weiter ging es mit unserm Van auf der Abenteuerstrasse E7. Wir informierten uns nicht wirklich über diese Route und wussten daher nicht viel über diese Strecke. Die Wahl hat sich aber definitiv gelohnt.

Die größte Hochebene Europas

Ohne Planung landeten wir in einer herrlichen Landschaft und befanden uns auf einmal in der größten Hochebene Europas. Unser Weg führte uns durch die Hardangervidda, welche zu einer der schönste Landschaftsrouten Norwegens gehört. Eine weite, endlose Natur erstreckt sich über 8000 km2 und überzeugt durch ein eindrückliches Panorama. Neben der Route befinden sich zahlreiche Seen, welche den Ausblick perfekt ergänzen und die Route zu einem besonderen Erlebnis machen.

Überwältig von dieser einzigartigen Natur der Hardangervidda, entschieden wir uns spontan länger in dieser Region zu bleiben. Wir suchten uns einen ruhigen Stellplatz für die Nacht und fuhren die gebührenpflichtige Schotterstrasse zum Tinnhølen/Tinnhylen hoch. Dies ist ein mitten in der Hochebene gelegener See. Am Rande dieser Strasse fanden wir eine herrliche Stellplatz mit Aussicht und verweilten die nächsten Nächte in der größten Hochebene Europas.

Nachdem der Regen für kurze Zeit nachließ, unternahmen wir eine kleine Wanderung in der weiten Natur der Hardangervidda. Leider setzte der Regen danach erneut wieder ein und wir entschieden uns nach zwei Tagen bereits wieder weiter zu fahren. Wären die Wetterverhältnisse anders gewesen, wären wir wohl noch länger in dieser atemberaubenden Gegend geblieben.

Auf nach Bergen

Nach dem Aufenthalt in der Hardangervidda kehrten wir zurück auf die E7, welche uns zur Hardangerbrücke führte. An beiden Enden der Brücke befinden sich je ein Tunnel. Beide Tunnel sind innen blau beleuchtet und man fährt durch einen Kreisverkehr in mitten des Tunnels! Ein wirklich außergewöhnlicher Anblick!

Nach diesen beeindruckenden Bauwerken fuhren wir Richtung Bergen. Auf der Suche nach einer Alternative zur E16 landeten wir auf einer kleinen Bergstrasse. Diese Route brachte uns durch eine spektakuläre Landschaft und versetzte uns in andauerndes Staunen. Neben zahlreichen Kühen und Schafen auf und neben der Strasse, durchfuhren wir abermals eine atemberaubende Landschaft. Diese Route erinnerte uns stark an die Schweizer Alpen und wir überlegten für einen kurzen Moment anzuhalten und eine ausgiebige Wanderung zu unternehmen. Da das Wetter immer noch nicht wirklich mitspielte, entschieden wir uns allerdings gegen eine Wanderung. Dennoch wollten wir eine Nacht in diesem Gebirge verbringen und suchten uns einen Stellplatz für die Nacht.

Am nächsten Morgen wurden wir von bimmelnden Glocken geweckt. Rund um den Van befanden sich einige Schafe und musterten unser Fahrzeug mit großer Neugier. Wir stiegen aus und ließen Mogli eine Runde gehen. Normalerweise verschwinden die Schafe dann zügig. Dieses Mal entschieden sie sich dagegen und wollten ganz genau wissen, wer den hier in ihrem Revier steht. Mogli war so überrascht über die Reaktion der Schafe, dass er sich zuerst einmal von den Schafen beschnuppern ließ, bevor sie beruhigt davon zogen.

Großstadt Erlebnis in Norwegen

Zurück auf der E16 fuhren wir direkt nach Bergen. Das Wetter meinte es nicht gut mit uns und es regnete ununterbrochen. Da Bergen zu den regenreichsten Städten in Europa gehört, wunderten wir uns nicht über den anhaltenden Schauer und machten uns auf den Weg in die Großstadt. Unser Weg führte entlang zahlreichen Fjorde und ließ uns erahnen, wie schön die Aussicht bei gutem Wetter wohl gewesen wäre. Wir kämpften uns weiter durch den Regen und steuerten ohne größeren Halt Richtung Bergen.

In der Grossstadt angekommen, stellte sich die Größe unseres Vans als weiteres Hindernis heraus. Nach über einer Stunde auf der Suche nach einem Parkplatz, fanden wir in der Nähe der Kirche endlich eine Parkmöglichkeit für unseren Van. Parkhäuser gibt es in Bergen einige, allerdings keines in das unser Van hineinpasst. Mogli ließen wir im Van, damit er sich von der Fahrt etwas ausruhen konnte. Zudem ist er kein Freund von den aufgeregten und gestressten Stimmungen in Grossstädten, weshalb er im Van meist besser aufgehoben ist. Zugleich bewachte er unser Zuhause und wir erkundeten sorglos die Großstadt.

Zu Fuss machten wir uns dann auf den Weg in den einzigen Unverpackt Laden in Norwegen. Diesen erreichten wir innert 15 Minuten und durchstöberten das Sortiment. Der winzige Laden machte einen einladenden Eindruck und verfügt über ein kleines aber vielseitiges Sortiment. Sogar die geliebten Denttabs fanden wir in einem der Regale und stockten sogleich unseren Vorrat auf!

Leider sind die Preise für die meisten Produkte vor Ort äußerst hoch und wir bezahlte für einen kleinen Einkauf über 100 CHF! Die norwegischen Preise für Lebensmittel sind ja bekanntlich höher als in der Schweiz. Dennoch liegt dieser Laden über dem herkömmlichen norwegischen Preisniveau und ist außergewöhnlich teuer. Diese Tatsache finden wir wirklich schade, denn durch solche hohen Preise werden die Menschen erst Recht abgeschreckt, dort einzukaufen. Dabei macht das Unverpackte-Einkaufen wirklich Spass und schont zugleich unsere Umwelt.

Nach dem Besuch im Unverpackt Laden machten wir uns bereits auf den Weg zum Van und ließen eine ausgiebige Sightseeing Tour aus. Der anhaltenden Regen lud nicht wirklich dazu ein und wir hatten bereits wieder genug von der Großstadt.

Ein atemberaubender Stellplatz

Auf der Suche nach einem Platz für die Nacht verliessen wir Bergen in nördlicher Richtung. Rund um riesige Städte ist es oft schwierig, schöne und ruhige Ecken zu finden, weshalb wir noch ein ganzes Stück zurücklegten.

Die Suche hat sich aber definitiv mehr als gelohnt. Wir fanden eine kleine und abgelegene Strasse, welche durch die wunderschöne Norwegische Landschaft führte. Trotz regnerischem Wetter wurden wir abermals von der Vielfalt Norwegens beeindruckt. Auf einer winzig kleinen Insel entdeckten wir dann einen wunderschönen Platz für die Nacht. Im Grunde handelte es sich dabei um einen ganz normalen Rastplatz, welcher in mitten eines Fjiordes liegt. Das phänomenale Panorama rund um diesen Stellplatz machte ihn dann aber zu einem echten Highlight.

Die Sonne zeigt sich

Der Wetterumschlag in diesem Land ist einfach einzigartig. Innert Minuten kann das Wetter von stürmischen Böen bis hin zu heiterem Sonnenschein wechseln. Je weiter wir uns von Bergen entfernten, umso wechselhafter wurde es und wir verspürten bereits einen Hoffnungsschimmer die Sonne an diesem Tag doch noch zu sehen.

Für einen kurzen Moment zeigte sich dann tatsächlich noch die Sonne. Manu ließ die Drohne steigen und fing die Aussicht über den besonders schönen Stellplatz aus der Vogelperspektive ein. Die Aufnahmen, welche wir dabei machen durften, raubte uns den Atem und wir waren uns einig, dass sich diese Wahl der Route definitiv gelohnt hat. Wir rasteten zwischen hohen Felsen und blauen Gewässern in mitten der norwegischen Natur. Vor uns lagen typische, rote, skandinavische Häuser auf Stelzen, welche ein grandioses Panorama versprachen. Leider setzte nach kurzer Zeit der Regen erneut ein und wir entschieden uns bereits wieder weiter zu fahren und in eine andere Region aufzubrechen.